Der aus Kärnten stammende Spitzenkoch Wolfgang Puck ist zum Weltösterreicher des Jahres 2026 gekürt worden. Die Auszeichnung wurde ihm im Rahmen des Jahrestreffens des Weltbundes Österreich in Klagenfurt verliehen, zu dem rund 300 Teilnehmer aus aller Welt angereist waren. Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) überreichte Puck gemeinsam mit Weltbund-Präsident Werner Götz im Wappensaal eine Ehrenurkunde des Landes Kärnten.
Ehrung im Wappensaal
Die Urkundenverleihung an Wolfgang Puck fand im Klagenfurter Wappensaal statt. Landtagspräsident Andreas Scherwitzl begrüßte dort Gäste aus vier Kontinenten. Auch Staatssekretär Josef Schellhorn, der selbst aus der Gastronomie und dem Tourismus stammt, nahm an der Veranstaltung teil. Landeshauptmann Fellner nutzte den Rahmen des Treffens zudem, um ein Schreiben an die Bundesregierung zur Staatsbürgerschafts-Thematik zu senden.
Wolfgang Puck verließ seine Heimat im Bezirk St. Veit an der Glan 1973 im Alter von 24 Jahren, um in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Dort baute er in den folgenden Jahrzehnten eine internationale Karriere auf: 1981 veröffentlichte er sein erstes Kochbuch, ein Jahr später eröffnete er sein erstes eigenes Restaurant. Heute beschäftigt seine Unternehmensgruppe rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 70 Restaurants und erwirtschaftet einen geschätzten Gesamtumsatz von 450 Millionen Dollar. Puck spendete nach eigenen Angaben mehr als 15 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke.
Für seine Verdienste wurde er bereits mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich sowie mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen des Landes Kärnten ausgezeichnet. In seiner Heimatgemeinde Hörzendorf trägt zudem ein Platz seinen Namen, der Wolfgang-Puck-Platz. Bei der Veranstaltung in Klagenfurt sagte Puck, seine Mutter sei ebenfalls Köchin gewesen und seine größte Inspiration.
Ein Netzwerk für Auslandsösterreicher
Der Weltbund Österreich versteht sich als Interessenvertretung jener rund 640.000 gebürtigen Österreicherinnen und Österreicher, die dauerhaft im Ausland leben. Diese Menschen verlassen ihre Heimat aus ganz unterschiedlichen Gründen – sei es aus beruflichen, familiären oder persönlichen Motiven. Organisationen wie der Weltbund pflegen traditionell den Kontakt zwischen im Ausland lebenden Landsleuten und ihrer Herkunftsregion, etwa durch regelmäßige Treffen, Netzwerkveranstaltungen und die Vergabe von Auszeichnungen an besonders erfolgreiche oder bekannte Persönlichkeiten.
Die Auszeichnung „Weltösterreicher des Jahres“ wird in diesem Zusammenhang an Personen vergeben, die im Ausland Karriere gemacht und dabei ihre Verbindung zu Österreich sichtbar gehalten haben. Solche Ehrungen sollen üblicherweise auch dazu beitragen, den Austausch zwischen Herkunftsland und Diaspora zu stärken und die Leistungen von Auslandsösterreicherinnen und Auslandsösterreichern einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Fragen der Staatsbürgerschaft spielen bei dieser Zielgruppe häufig eine besondere Rolle, da viele von ihnen über Jahrzehnte im Ausland leben, ohne den rechtlichen Bezug zu ihrem Geburtsland vollständig zu verlieren oder wiederherstellen zu können.
Die Gastronomiebranche selbst ist ein Bereich, in dem österreichische Fachkräfte international besonders sichtbar sind. Küchenchefs, die im Ausland reüssieren, tragen dabei häufig auch zur Wahrnehmung österreichischer Kulinarik im jeweiligen Gastland bei. Der berufliche Werdegang, der von einer Ausbildung in Österreich über erste Stationen im Ausland bis hin zum Aufbau eines eigenen Unternehmens führt, gilt in der Branche als ein klassischer, wenn auch anspruchsvoller Weg, der neben fachlichem Können auch unternehmerisches Geschick voraussetzt.








