Das Kloster Maria Rast in Gratkorn schließt nach 115 Jahren seine Türen. Am Montag übersiedeln die sechs Schwestern, die dort zuletzt gelebt haben, nach Graz. Das Kloster gehört zum Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul.
Abschied nach mehr als einem Jahrhundert
In seiner langen Geschichte hat das Kloster Maria Rast deutlich mehr Ordensfrauen beherbergt als zuletzt. In Hochzeiten lebten über 100 Schwestern in dem Haus in Gratkorn. Zuletzt waren es noch sechs, die nun gemeinsam nach Graz übersiedeln.
Maria Rast diente über die Jahre insbesondere als Bleibe für alte und kranke Ordensfrauen. Gleichzeitig war das Haus nicht ausschließlich der Ordensgemeinschaft vorbehalten, sondern stand auch Menschen von außerhalb offen. Zur Gemeinschaft im Kloster gehörte zuletzt auch Schwester Roswitha Bauer.
Wie es mit dem Gebäude in Gratkorn weitergeht, ist derzeit noch offen. Eine Nachnutzung wurde bislang nicht festgelegt. Bevor das Kloster endgültig aufgegeben wird, soll Mitte September noch ein Flohmarkt im Haus stattfinden.
Ordensleben zwischen Rückzug und Öffnung
Klöster, die zugleich der Pflege alter oder kranker Ordensmitglieder dienen und sich nach außen öffnen, folgen einem Modell, das in vielen Ordensgemeinschaften verbreitet ist. Solche Häuser übernehmen häufig eine doppelte Funktion: Sie bieten den eigenen Mitgliedern im Alter oder bei Krankheit einen geschützten Rahmen und stehen gleichzeitig als Ort der Begegnung, des Gebets oder kultureller Veranstaltungen auch der Bevölkerung offen.
Die Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul gehören zu jenen Ordensgemeinschaften, deren Selbstverständnis traditionell eng mit karitativer und pflegerischer Arbeit verbunden ist. Grundsätzlich prägen solche Orden über Generationen hinweg nicht nur das religiöse, sondern auch das soziale Leben an ihren jeweiligen Standorten, etwa durch Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser oder Sozialstationen, die aus klösterlichen Strukturen hervorgegangen sind.
Schließungen einzelner Klöster hängen in vielen Fällen mit der demografischen Entwicklung innerhalb der Gemeinschaften zusammen. Sinkende Mitgliederzahlen und ein steigendes Durchschnittsalter der verbliebenen Ordensmitglieder führen häufig dazu, dass kleinere Standorte aufgegeben und die verbleibenden Schwestern oder Brüder in größeren, zentraler gelegenen Häusern zusammengeführt werden. Solche Zusammenlegungen ermöglichen in der Regel eine bessere pflegerische Versorgung und eine effizientere Nutzung vorhandener personeller und räumlicher Ressourcen.
Für die betroffenen Gebäude stellt sich anschließend regelmäßig die Frage der Nachnutzung. Ehemalige Klostergebäude werden bei vergleichbaren Vorgängen unter anderem zu sozialen Einrichtungen, Bildungshäusern, Wohnprojekten oder kulturellen Zentren umgewidmet. Welche Nutzung im Einzelfall gewählt wird, hängt unter anderem von der Bausubstanz, dem Eigentümer sowie regionalen Bedürfnissen ab. Bis eine endgültige Entscheidung getroffen ist, vergeht bei solchen Prozessen häufig einige Zeit.
Veranstaltungen wie Flohmärkte sind bei der Auflösung von Ordenshäusern keine Seltenheit. Sie bieten Gelegenheit, verbliebene Gegenstände sinnvoll weiterzugeben, und markieren zugleich einen sichtbaren letzten Schritt vor der endgültigen Schließung eines Standorts.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







