Land Oberösterreich übernimmt Flughafen-Anteil der Stadt Linz trotz sinkender Passagierzahlen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Der oberösterreichische Landtag hat am Donnerstagabend, 1. Oktober 2026, den Kauf des 50-Prozent-Anteils der Stadt Linz am Linzer Flughafen durch das Land Oberösterreich beschlossen. ÖVP, FPÖ und SPÖ stimmten dem Vorhaben zu, Grüne, MFG und NEOS lehnten es ab. Der Linzer Gemeinderat hatte den Verkauf des städtischen Hälfteanteils bereits zuvor beschlossen.

Land übernimmt Flughafenanteil der Stadt Linz

Der vorläufige Kaufpreis für den städtischen Anteil am Blue Danube Airport Linz liegt bei 1,325 Mio. Euro. Er orientiert sich an einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, das einen Liquidationswert zwischen 1,9 Mio. und 3,4 Mio. Euro ermittelt hatte. Eine Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren, die die künftige Ertragskraft des Unternehmens abbildet, kam dagegen auf einen negativen Fortführungswert von 17,3 Mio. Euro.

Mit dem Beschluss ist der Kauf allein jedoch nicht abgeschlossen. Das Land muss im Jahr 2027 weitere 5 Mio. Euro in das Unternehmen einbringen. Zusätzlich sollen bis zu 36 Mio. Euro als Anschubfinanzierung für eine Flugverbindung zwischen Linz und Frankfurt innerhalb von vier Jahren bereitgestellt werden. Mittelfristig peilt das Land eine Teilprivatisierung von bis zu 49 Prozent des Flughafens an.

Rückläufige Passagierzahlen im Sommer

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Flughafen Linz rückläufige Nutzungszahlen verzeichnet. Laut Statistik Austria sanken die Passagierzahlen in den Monaten Juli und August um 13,5 Prozent auf 68.699. Die Zahl der Flüge ging im selben Zeitraum um 16,6 Prozent auf 890 zurück, das Frachtaufkommen sank um 37,5 Prozent auf 1.713 Tonnen. Unter den österreichischen Regionalflughäfen verzeichnete Linz im Sommer den stärksten Rückgang bei den Passagierzahlen.

Unterschiedliche Positionen der Landtagsfraktionen

Die Abstimmung im Landtag spiegelte deutlich unterschiedliche Einschätzungen zur Zukunft des Flughafens wider. FPÖ-Klubobmann Thomas Dim bezeichnete den Flughafen als unverzichtbare Drehscheibe für den Industriestandort Oberösterreich. ÖVP-Klubobfrau Margit Angerlehner sprach sich dafür aus, den Mut aufzubringen und zu einem internationalen Flughafen zu stehen. Die SPÖ forderte eine vernünftige Planung, das gezielte Anlocken von Incoming-Touristen nach Linz sowie die Suche nach Investoren.

Kritischer äußerten sich die Oppositionsparteien, die gegen den Beschluss stimmten. NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer erklärte, aus zwei öffentlichen Eigentümern einen zu machen, sei noch keine Reform. Der grüne Fraktionschef Severin Mayr sprach von null Plan. MFG-Abgeordneter Joachim Aigner äußerte die Befürchtung, damit werde ein Millionengrab für Steuergelder aufrechterhalten.

Regionalflughäfen zwischen öffentlicher Trägerschaft und Wirtschaftlichkeit

Regionalflughäfen befinden sich in Österreich häufig ganz oder teilweise in öffentlicher Hand, da sie oft nicht allein über den laufenden Flugbetrieb kostendeckend arbeiten. Begründet wird eine öffentliche Beteiligung üblicherweise mit der Bedeutung solcher Standorte für die regionale Wirtschaft, für Unternehmen mit internationalen Geschäftsbeziehungen sowie für den Tourismus. Gleichzeitig stehen öffentliche Eigentümer bei strukturell defizitären Flughäfen regelmäßig vor der Frage, in welchem Umfang laufende Zuschüsse oder Investitionen wirtschaftlich vertretbar sind.

Bewertungen von Unternehmen wie Flughäfen erfolgen in solchen Verfahren meist nach unterschiedlichen Methoden, die zu teils deutlich abweichenden Ergebnissen führen können. Der Liquidationswert bildet dabei ab, welcher Erlös bei einer Auflösung des Unternehmens und dem Verkauf der Vermögenswerte erzielbar wäre. Verfahren wie die Discounted-Cash-Flow-Methode bewerten dagegen die künftig erwarteten Erträge aus dem laufenden Betrieb. Fallen diese Erträge negativ aus, deutet dies auf anhaltende operative Verluste hin, die durch den laufenden Betrieb allein nicht gedeckt werden können. Eine Teilprivatisierung, wie sie das Land Oberösterreich mittelfristig anstrebt, wird bei vergleichbaren öffentlichen