In Linz sind seit dem vergangenen Wochenende keine neuen Legionellen-Erkrankungen gemeldet worden. Das teilte das Büro von Gesundheitsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander (ÖVP) am Montag dem ORF Oberösterreich mit. Insgesamt sind bislang 28 Personen erkrankt, drei Menschen starben.
Zwei Infektionsherde in der Stadt
Die Behörden gehen derzeit von zwei Infektionsherden in Linz aus. Der genaue Standort des zweiten Herds wird nicht öffentlich gemacht. Aus der oberösterreichischen Landessanitätsdirektion hieß es lediglich, dieser liege östlich der Linzer Stadtautobahn.
Der erste Infektionsherd wurde bereits einer Kühlanlage eines Stromnetzgebäudes der Linz AG zugeordnet. Das Unternehmen bestätigte, dass dort Legionellen nachgewiesen worden seien. Das Trinkwasser sei davon in keiner Weise betroffen, hieß es weiter.
Landessanitätsdirektor Georg Palmisano erklärte, Kühltürme setzten Aerosole frei, also feinst zerstäubte Wassertropfen. In diesen Tropfen könnten Erreger enthalten sein, die bei Einatmung zu Erkrankungen führen können. Die Linz AG vermutet, dass Baustellenstaub aus der Umgebung der Anlage die regelmäßige Wartung beeinträchtigt haben könnte. Die betroffenen Kühlanlagen wurden mittlerweile manuell gereinigt und mit Biozid behandelt. Mehrere Laborergebnisse stehen jedoch noch aus.
Weiterhin unklar ist, wo sich die drei Todesopfer angesteckt haben. Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) forderte von Stadt und Linz AG eine umfassendere Information der Bevölkerung. Viele Menschen seien verunsichert, sagte Hajart. Es brauche deutlich mehr Transparenz und bessere Informationen.
Wie sich Legionellen in Kühlanlagen ausbreiten
Legionellen sind Bakterien, die sich bevorzugt in stehendem oder unzureichend erwärmtem beziehungsweise gekühltem Wasser vermehren. Rückkühlwerke und Kühltürme, wie sie etwa bei Kraftwerken, Industrieanlagen oder größeren Gebäudekomplexen zum Einsatz kommen, gelten als klassische Risikoquellen, wenn Wartung oder Wasserqualität nicht den Vorgaben entsprechen. Anders als beim Trinkwasser, wo eine Ansteckung durch Trinken praktisch keine Rolle spielt, erfolgt die Übertragung bei solchen Anlagen über die Atemluft: Feinste Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, können eingeatmet werden und in die Lunge gelangen.
Eine Legionellose kann sich unterschiedlich äußern, von grippeähnlichen Symptomen bis zu einer schweren Lungenentzündung, der sogenannten Legionärskrankheit. Besonders gefährdet sind grundsätzlich ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem. Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Antibiotika, wobei ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung für den Verlauf entscheidend sein kann.
Betreiber von Kühltürmen und ähnlichen Anlagen unterliegen üblicherweise Wartungs- und Kontrollpflichten, die eine regelmäßige Überprüfung der Wasserqualität sowie technische Reinigungsmaßnahmen vorsehen. Störfaktoren wie Verschmutzungen durch Staub oder Baustellenbetrieb in der Umgebung können solche Wartungsintervalle in der Praxis erschweren, wenn zusätzliche Reinigungsschritte notwendig werden. Bei einem bestätigten Befund werden befallene Anlagenteile in der Regel mechanisch gereinigt und anschließend mit bioziden Mitteln behandelt, um die Bakterienbelastung zu reduzieren. Ob eine Anlage danach wieder unbedenklich betrieben werden kann, wird üblicherweise durch weitere Laboruntersuchungen des Wassers überprüft.
Bei einem Ausbruch mit mehreren Erkrankungsfällen in einer Stadt gehört die Suche nach dem Infektionsherd zu den zentralen Aufgaben der Gesundheitsbehörden. Dabei werden häufig mehrere technische Anlagen im betroffenen Gebiet parallel untersucht, da Aerosole über die Luft eine gewisse Strecke zurücklegen können, bevor sie eingeatmet werden. Das kann die eindeutige Zuordnung einzelner Erkrankungsfälle zu einer bestimmten Quelle erschweren, insbesondere wenn wie in Linz mehrere mögliche Ursachen gleichzeitig geprüft werden.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







