Lorenz-Böhler-Spital: Neubau soll stationären Betrieb in der Brigittenau wieder ermöglichen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Am Standort des Lorenz-Böhler-Spitals in der Brigittenau entsteht derzeit ein neuer Gebäudetrakt in Modulbauweise. Das Krankenhaus der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) war 2024 wegen Brandschutzmängeln rasch abgesiedelt und auf ambulanten Betrieb reduziert worden. Stationäre Aufnahmen und Operationen finden seither ausschließlich am AUVA-Standort in Meidling statt. Der Neubau auf dem Areal des früheren Parkhauses soll den stationären Betrieb in der Brigittenau künftig wieder ermöglichen.

Neubau auf dem Gelände des früheren Parkhauses

Der Innenausbau des neuen Gebäudes läuft bereits. Die Übergabe vom Generalunternehmer an die AUVA ist für Dezember vorgesehen. Der neue Trakt soll über drei Operationssäle, 56 Normalstationsbetten und vier Intensivbetten verfügen. Damit reduziert sich die Bettenzahl im Vergleich zum bisherigen Krankenhaus um etwa die Hälfte. Statt eines klassischen Schockraums ist eine sogenannte Schockraum-Light-Variante vorgesehen. Schwerstverletzte sollen demnach vorrangig weiterhin nach Meidling gebracht werden.

Auch während der Umbauphase blieb ein Teil des Betriebs in der Brigittenau aufrecht. Der Ambulanzbereich wurde saniert, in der Tagesklinik wurden seit der Teilabsiedlung rund 2.000 Eingriffe durchgeführt, darunter mehr als 200 Kreuzbandoperationen. Aus Sicherheitsgründen sind derzeit ständig Feuerwehrleute vor Ort. Rettungshubschrauber landen nicht mehr auf dem Dach des alten Trakts. Ärztlicher Leiter des Hauses ist Thomas Beer.

Reduzierte Bettenzahl und veränderte Schwerpunkte

Mit dem Neubau verändert sich die Rolle des Standorts innerhalb der AUVA-Struktur in Wien. Die im Vergleich zum alten Haus deutlich geringere Bettenzahl und der Verzicht auf einen klassischen Schockraum deuten auf eine Verlagerung besonders schwerer Fälle nach Meidling hin, während in der Brigittenau ein schlankeres stationäres Angebot entstehen soll. Grundsätzlich hängt die Auslegung von Schockräumen und Intensivkapazitäten in Unfallkrankenhäusern von der Art der zu versorgenden Verletzungen ab. Häuser mit begrenzter Bettenzahl konzentrieren sich in solchen Fällen häufig auf klar abgegrenzte Behandlungsschwerpunkte, während komplexere Polytrauma-Versorgung an größeren Standorten gebündelt wird.

Die hohe Zahl tagesklinischer Eingriffe, die bereits während der eingeschränkten Betriebsphase erzielt wurde, zeigt zudem einen allgemeinen Trend in der Unfallchirurgie: Eingriffe wie Kreuzbandoperationen lassen sich bei entsprechender Organisation zunehmend ambulant beziehungsweise tagesklinisch durchführen, ohne dass Patientinnen und Patienten über Nacht im Krankenhaus verbleiben müssen. Das kann Bettenkapazitäten entlasten und Abläufe beschleunigen, setzt aber eine entsprechend ausgestattete Infrastruktur für Nachsorge und kurzfristige Überwachung voraus.

Baumaßnahmen im laufenden Krankenhausbetrieb bringen üblicherweise besondere Anforderungen an Brandschutz und Betriebssicherheit mit sich. Die durchgehende Präsenz von Feuerwehrkräften und die Verlagerung des Hubschrauberlandeplatzes sind typische Begleitmaßnahmen, wenn Gebäudeteile saniert oder neu errichtet werden, während angrenzende Bereiche weiter genutzt werden. Solche Vorkehrungen dienen dazu, den Betrieb für Patientinnen, Patienten und Personal während der Bauphase möglichst sicher zu gestalten.

Der Neubau in Modulbauweise selbst folgt einem Verfahren, das im Krankenhausbau zunehmend eingesetzt wird, um Bauzeiten zu verkürzen. Dabei werden große Gebäudeteile industriell vorgefertigt und vor Ort montiert, während Innenausbau und technische Installationen anschließend im Gebäude selbst erfolgen. Dieses Vorgehen erlaubt es, Rohbau und Ausstattung stärker zu parallelisieren, als dies bei konventioneller Bauweise möglich wäre.

Für das Lorenz-Böhler-Spital bedeutet die geplante Fertigstellung im Dezember zunächst die Übergabe des Gebäudes von der Baufirma an die AUVA als Betreiberin. Ab diesem Zeitpunkt folgen in der Regel technische Abnahmen sowie die Einrichtung der medizinischen Bereiche, bevor ein neuer Trakt für den laufenden Betrieb freigegeben werden kann. Erst danach lässt sich absehen, in welchem Umfang stationäre Versorgung und Operationen wieder direkt am Standort Brigittenau stattf