Mäuseplage in Oberösterreich: Landwirte kämpfen mit massiven Schäden im Grünland

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Eine Mäuseplage hat heuer zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe in Oberösterreich erreicht. Besonders im Grünland richten die Tiere erhebliche Schäden an. Betroffen ist unter anderem Landwirt Sepp Kern in Kleinraming im Bezirk Steyr-Land, der auf seinem Hof gegen Feld- und Wühlmäuse kämpft.

Lage auf dem Hof in Kleinraming

Sepp Kern bewirtschaftet in Kleinraming 13 Hektar Grünland. Auf seinen Flächen treten gleich zwei Mäusearten auf: die Feldmaus und die Wühlmaus. Während die Feldmaus oberirdisch aktiv ist, arbeitet die Wühlmaus von unten und frisst die Wurzeln der Gräser an. Dadurch wächst an vielen Stellen kein Gras mehr nach, auf den Flächen entstehen braune Flecken.

Die Wühlmaus gräbt dabei bis zu einem halben Meter tief in den Boden. Durch ihre Grabtätigkeit wird die Erde aufgelockert, was das Mähen erschwert. Zudem gelangt durch die Bodenschäden Erde ins Viehfutter. Der Regen im September hat zumindest dafür gesorgt, dass das Gras auf Teilen der Flächen wieder nachwachsen konnte.

Unterstützung bei der Bekämpfung der Nager erhält Kern von Hofkater Fritz, der auf dem Betrieb aktiv Mäuse jagt.

Empfehlungen der Landwirtschaftskammer für das Frühjahr

Markus Humer von der Landwirtschaftskammer Oberösterreich ordnet die Entwicklung ein. Mäusepopulationen können demnach stark anwachsen, brechen langfristig aber auch wieder zusammen. Krankheiten und Inzucht innerhalb der Populationen reduzieren die Zahl der Tiere mit der Zeit erneut.

Für das kommende Frühjahr empfiehlt die Landwirtschaftskammer verschiedene Maßnahmen. Dazu zählen sogenannte Greifvogelstangen, die Greifvögeln als Sitzmöglichkeit zur Mäusejagd dienen und so die natürlichen Fressfeinde der Nager unterstützen. Zudem rät die Kammer dazu, das Gras nicht zu hoch in den Winter gehen zu lassen. Hohes Gras bietet den Mäusen zusätzlichen Schutz vor Witterung und Fressfeinden und begünstigt damit ihre Vermehrung.

Natürliche Schwankungen in Nagerpopulationen

Grundsätzlich unterliegen Populationen von Feld- und Wühlmäusen natürlichen Schwankungen, die sich über mehrere Jahre hinweg wiederholen können. Günstige Witterungsbedingungen und ein reiches Nahrungsangebot lassen die Bestände zunächst rasch anwachsen. Mit zunehmender Dichte steigt jedoch auch der Druck durch Krankheiten innerhalb der Population, während genetische Effekte wie Inzucht die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere schwächen können. Dadurch brechen große Bestände nach einer gewissen Zeit meist von selbst wieder ein.

In der landwirtschaftlichen Praxis spielt neben solchen natürlichen Regulationsmechanismen auch die Förderung natürlicher Fressfeinde eine Rolle. Greifvögel wie Mäusebussarde oder Turmfalken gelten als wichtige Gegenspieler von Feld- und Wühlmäusen. Da ihnen auf offenen Grünlandflächen oft geeignete erhöhte Ansitzwarten fehlen, von denen aus sie ihre Beute erspähen können, werden eigens Sitzstangen aufgestellt. Diese sollen die Jagd erleichtern und den Fraßdruck auf die Mäusepopulationen erhöhen, ohne dass chemische Mittel zum Einsatz kommen müssen.

Auch die Bewirtschaftung der Flächen selbst beeinflusst die Lebensbedingungen der Nager. Niedriger gehaltenes Gras im Winter bietet weniger Deckung vor Kälte und Fressfeinden, wodurch sich ungünstigere Bedingungen für eine starke Vermehrung ergeben können. Solche Pflegemaßnahmen gehören zu den gängigen Empfehlungen, mit denen Landwirtschaftsbetriebe versuchen, Mäuseschäden im Grünland über die kommenden Monate hinweg einzudämmen.

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