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Bei der Innkreisautobahn (A8) in Aistersheim entsteht seit Monaten eine Grünbrücke, die Wildtieren die Querung der Autobahn ermöglichen soll. Für das Bauwerk werden insgesamt 84 tonnenschwere Fertigteilträger verbaut. Die Fahrtrichtung Suben wird in der aktuellen Woche fertiggestellt, die Fahrtrichtung Wels beziehungsweise Voralpenkreuz folgt in der kommenden Woche. Wegen der nächtlichen Bauarbeiten wird die Autobahn derzeit immer wieder gesperrt.
Baufortschritt an der A8
Die Arbeiten an der Grünbrücke laufen seit März. In das Bauwerk fließen 6.000 Kubikmeter Beton und 760 Tonnen Stahl. Die Fertigstellung der Brücke selbst ist für November geplant, die Bepflanzung wird jedoch erst im kommenden Frühjahr erfolgen und damit deutlich länger dauern als der eigentliche Bauabschnitt.
Projektleiter bei der Asfinag ist Martin Schnellmann. Die Gesamtkosten für die Grünbrücke in Aistersheim liegen bei 5,6 Millionen Euro. Das Projekt wurde mehrere Jahre lang geplant, bevor im Frühjahr mit den Bauarbeiten begonnen wurde.
Nach der Fertigstellung soll die Brücke mittels Kameras überwacht werden. Diese Überwachung dient dazu, zu beobachten, wie die neue Querungsmöglichkeit von Wildtieren angenommen wird. Ziel der Grünbrücke ist es, Lebensräume von Tieren zu vernetzen, die durch die Autobahn getrennt werden.
Grünbrücken im österreichischen Autobahnnetz
Grünbrücken sind bepflanzte Überführungen, die eigens für Wildtiere errichtet werden, um stark befahrene Straßen sicher überqueren zu können. Sie tragen dazu bei, Wanderkorridore zwischen getrennten Lebensräumen aufrechtzuerhalten und das Risiko von Wildunfällen zu verringern. Österreichweit zählt das Straßennetz der Asfinag derzeit 60 solcher Grünbrücken.
Die Planung und Errichtung solcher Bauwerke ist in der Regel aufwendig, da neben der reinen Bausubstanz auch die spätere Bepflanzung und die Anbindung an bestehende Wald- und Wiesenflächen berücksichtigt werden müssen. Häufig erstreckt sich ein solches Vorhaben über mehrere Jahre, von der ersten Planung über die Bauphase bis zur ökologischen Gestaltung der Fläche. Die eigentliche Bautätigkeit bildet dabei oft nur einen Teil des Gesamtprozesses, da sich Bepflanzung und die spätere Etablierung von Vegetation über zusätzliche Zeiträume hinziehen können.
Der Fall des Elchs Emil
Öffentliche Aufmerksamkeit für die Wanderbewegungen von Wildtieren über größere Distanzen erhielt im vergangenen Sommer der Elch Emil. Seine Reise begann in Niederösterreich, von dort gelangte das Tier nach Oberösterreich und sorgte in dieser Zeit für Wirbel. Der Fall verdeutlichte, dass einzelne Wildtiere mitunter weite Strecken durch besiedeltes und verkehrsreiches Gebiet zurücklegen.
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