Elf Wanderer sind am Freitagabend im Valsertal im Bezirk Innsbruck-Land mit einem Polizeihubschrauber ausgeflogen worden. Eine Mure hatte den Parkplatz Nockeralm erfasst und dabei die Brücke über den Valserbach zerstört. Die Gruppe konnte dadurch nicht mehr zu Fuß weitergehen und setzte einen Notruf ab. Verletzt wurde niemand.
Rückweg durch Mure verbaut
Die elf Personen, überwiegend Urlauber, hatten den Tag im Gebiet der Kaserer Almen verbracht. Trotz niederschlagsreichen Wetters schafften sie den Abstieg zum Parkplatz Nockeralm. Dort erwartete sie jedoch eine veränderte Lage: Eine Mure hatte den Parkplatz erfasst und nahezu alle dort abgestellten Autos der Wanderer beschädigt. Zusätzlich hatte die Mure die Brücke über den Valserbach zerstört, sodass auch ein Weg zu Fuß aus dem Gebiet nicht mehr möglich war.
Die Gruppe alarmierte daraufhin die Einsatzkräfte. Ein Polizeihubschrauber flog die elf gestrandeten Wanderer aus und brachte sie unversehrt ins Tal. Bereits zu Mittag hatte es aus demselben Gebiet eine Alarmierung gegeben.
Weitere Sperre am Hahntennjoch
Auch im Bezirk Reutte kam es am Freitagabend witterungsbedingt zu Problemen: Die Hahntennjoch-Passstraße musste gesperrt werden, nachdem vier Muren auf die Fahrbahn abgegangen waren.
Muren als Folge starker Niederschläge
Muren entstehen, wenn große Mengen an Wasser, Gestein und Erdmaterial nach starken oder anhaltenden Niederschlägen in Bewegung geraten und talwärts abgehen. Besonders in steilen Gebirgstälern können bereits kurze, intensive Regenphasen ausreichen, um Hangmaterial zu lockern und ganze Schuttmassen ins Rollen zu bringen. Betroffen sind dabei häufig schmale Zufahrtsstraßen, Brücken und Parkplätze in Tallagen, die im alpinen Raum oft die einzige Verbindung zwischen abgelegenen Wandergebieten und dem restlichen Straßennetz darstellen.
Wird eine solche Verbindung unterbrochen, können Wanderer und Ausflügler von ihrem Ausgangspunkt abgeschnitten sein, auch wenn sie selbst nicht unmittelbar von der Mure erfasst wurden. In solchen Situationen kommt dem Alarmierungssystem über den Notruf eine zentrale Bedeutung zu, da Rettungskräfte rasch einschätzen müssen, ob ein Fußweg noch sicher möglich ist oder ob eine Bergung aus der Luft notwendig wird. Der Einsatz von Polizei- oder Rettungshubschraubern gehört bei unpassierbaren Wegen, zerstörten Brücken oder unübersichtlichem Gelände zu den gängigen Mitteln, um Personen ohne zusätzliches Risiko ins Tal zu bringen.
Auch die Sperrung von Passstraßen bei Murenabgängen folgt einem etablierten Vorgehen: Sobald Schuttmassen oder Gerölle die Fahrbahn erreichen, wird die betroffene Strecke in der Regel umgehend gesperrt, um weitere Gefährdungen durch Nachrutschungen oder erneuten Steinschlag zu vermeiden. Erst nach einer Überprüfung der Hangstabilität und einer Räumung der Fahrbahn erfolgt üblicherweise eine Freigabe für den Verkehr.






