In Schrems im Bezirk Gmünd ist am Sonntag ein neuer Hochwasserschutz entlang des Braunaubachs eröffnet worden. Die Anlage soll künftig rund 300 Menschen und 130 Gebäude vor Überflutungen schützen. Für das Projekt wurden insgesamt 6,6 Millionen Euro investiert.
Bund, Land und Stadtgemeinde teilen sich Kosten
Die Finanzierung des Hochwasserschutzes verteilt sich auf drei Träger. Der Bund steuerte 2,64 Millionen Euro bei, ebenso das Land Niederösterreich mit 2,64 Millionen Euro. Die Stadtgemeinde Schrems übernahm 1,32 Millionen Euro der Gesamtkosten.
Kern der bauliche Maßnahmen war die Aufweitung des Abflussprofils des Braunaubachs auf einer Länge von etwa einem Kilometer. Zusätzlich wurde das Gefälle der Bachsohle angepasst. Bestehende Uferböschungen und Sicherungen wurden teilweise saniert, Ufermauern wurden erhöht oder angepasst. Im oberen Bereich der Ausbaustrecke wurden die Parkbrücke und der Sportplatzsteg erneuert und vergrößert. Bei einzelnen Gebäuden kamen zusätzliche Schutzmaßnahmen hinzu. Der Schutz ist auf ein hundertjährliches Hochwasserereignis ausgelegt.
Neben dem baulichen Schutz wurde der Braunaubach im Zuge der Arbeiten auch ökologisch aufgewertet. Dazu zählen die Gestaltung des Flussbetts mit vorhandenem Sohlsubstrat, der Einbau von Sohlschwellen und Buhnen sowie die Sicherung von Böschungen mit groben Steinen.
Anlass für das Projekt war unter anderem ein Hochwasser, das Schrems im Jahr 2024 getroffen hatte. Für die Stadt wird derzeit zudem ein neuer Gefahrenzonenplan ausgearbeitet. Bei der Eröffnung waren Bürgermeister David Süß (ÖVP), Stadtfeuerwehrkommandant Alexander Glanzer und Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) anwesend.
Hochwasserschutz als langjährige Landesaufgabe
Der Ausbau des Hochwasserschutzes ist in Niederösterreich seit langem ein kontinuierliches Vorhaben. Seit dem Jahr 2002 wurden im Bundesland rund 800 entsprechende Projekte umgesetzt. Dadurch wurden mehr als 300 Gemeinden gegen Überflutungen abgesichert. Aktuell laufen weitere Bauarbeiten an Hochwasserschutzanlagen in Wöllersdorf-Steinabrückl im Bezirk Wiener Neustadt, in St. Veit an der Gölsen im Bezirk Lilienfeld sowie in Zellerndorf im Bezirk Hollabrunn.
Grundsätzlich richten sich solche Schutzbauten in der Regel an statistischen Bemessungsgrößen wie einem hundertjährlichen Hochwasserereignis aus. Diese Kennzahl beschreibt die statistische Wahrscheinlichkeit, mit der ein Hochwasser in einem bestimmten Ausmaß in einem Jahr auftreten kann, und dient als Planungsgrundlage für die Dimensionierung von Bauwerken wie Ufermauern, Brücken oder Abflussprofilen. Bei der Umsetzung solcher Projekte werden üblicherweise sowohl technische als auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Maßnahmen wie die Aufweitung von Gewässerprofilen oder die naturnahe Gestaltung von Flussbetten sollen dabei nicht nur den Wasserabfluss verbessern, sondern auch den Zustand der Gewässer als Lebensraum erhalten oder verbessern. Die Finanzierung derartiger Vorhaben erfolgt in Österreich typischerweise gemeinsam durch Bund, Land und die jeweilige Standortgemeinde, da Hochwasserschutz sowohl als überregionale als auch als kommunale Aufgabe verstanden wird.
Hinweis zur Faktenprüfung
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