Am Gerzkopf im Pongau entsteht derzeit ein neuer Holzsteg, der Wanderer künftig auf einer geschützten Trasse durch die dortige Moorlandschaft führen soll. Das Vorhaben liegt zwischen Filzmoos und St. Martin am Tennengebirge auf rund 1.700 Metern Seehöhe und wird von den Österreichischen Bundesforsten im Auftrag des Landes Salzburg umgesetzt. Ziel ist es, das empfindliche Moorgebiet besser vor Trittschäden zu schützen.
Bauarbeiten am Gerzkopf schreiten abschnittsweise voran
Bestehende Wanderwege führen am Gerzkopf teilweise direkt durch das Moor hindurch. Die Bundesforste errichten den neuen Holzbohlenweg deshalb abschnittsweise, um die Belastung für den empfindlichen Untergrund während der Bauphase möglichst gering zu halten. Die Projektleitung liegt bei Palmira Deißenberger. Der Steg soll nach derzeitigem Stand Ende August fertiggestellt sein. Für das Vorhaben werden Kosten von rund 25.000 Euro veranschlagt.
Finanziert wird das Projekt über Spendenbeiträge von Kunden der Statistik Austria. Das Unternehmen bietet nach Umfragen einen Gutschein an, der wahlweise für Naturschutzprojekte gespendet werden kann. Grundlage für die Maßnahme am Gerzkopf ist zudem ein Wegekonzept, das das Land Salzburg in Auftrag gegeben hat. Die Bundesforste sind Grundbesitzer des betroffenen Gebiets und setzen das Projekt in diesem Rahmen um.
Empfindliche Ökosysteme mit langer Entstehungsgeschichte
Moore zählen zu den empfindlichsten Ökosystemen überhaupt. Bereits das Betreten abseits fester Wege kann Trittschäden verursachen, die zu Entwässerungen im Moorkörper führen. Ist ein Moor einmal entwässert, lässt sich sein ursprünglicher Zustand nur schwer oder gar nicht wiederherstellen. Das Moor am Gerzkopf ist nach Angaben der Bundesforste über viele Tausend Jahre gewachsen, was die Bedeutung eines schonenden Umgangs mit der Fläche unterstreicht.
Moore erfüllen dabei mehrere ökologische Funktionen zugleich. Sie speichern Kohlenstoffdioxid und gelten damit als wichtige natürliche Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig bieten sie Lebensraum für seltene Pflanzen, Tiere und Insekten, die auf die speziellen Bedingungen feuchter, nährstoffarmer Böden angewiesen sind. Weltweit nehmen Moore nur etwa drei Prozent der Landfläche ein, gehören in Europa aber zu den wertvollsten Ökosystemen überhaupt.
Moorschutz als landesweites Anliegen der Bundesforste
Das Projekt am Gerzkopf steht nicht isoliert. Die Österreichischen Bundesforste sind österreichweit an mehr als 50 Moorschutzprojekten beteiligt. Als größter Grundbesitzer des Landes verwalten sie zahlreiche Flächen, auf denen naturnahe Lebensräume wie Moore, Wälder und alpine Zonen aufeinandertreffen. Der Schutz solcher Gebiete gehört damit zu den wiederkehrenden Aufgaben der Organisation.
Grundsätzlich stehen Verantwortliche bei vergleichbaren Vorhaben vor der Herausforderung, touristische Nutzung und ökologischen Schutz miteinander in Einklang zu bringen. Wegekonzepte, wie sie auch für den Gerzkopf erstellt wurden, dienen in solchen Fällen dazu, Besucherströme gezielt zu lenken und besonders sensible Bereiche von direkter Begehung auszunehmen. Holzstege gelten dabei als gängiges Mittel, um Wanderern weiterhin Zugang zu naturnahen Landschaften zu ermöglichen, ohne den Boden direkt zu belasten. Sie verteilen das Gewicht der Begehenden auf eine feste Konstruktion und verhindern so, dass empfindliche Moorböden verdichtet oder in ihrem Wasserhaushalt gestört werden.
Für die Finanzierung solcher Projekte werden häufig unterschiedliche Modelle genutzt, die über klassische öffentliche Budgets hinausgehen. Spendenbasierte Ansätze, wie sie im Fall des Gerzkopf-Stegs über die Statistik Austria zum Einsatz kommen, ermöglichen es, zusätzliche Mittel für konkrete Naturschutzmaßnahmen bereitzustellen. Damit lassen sich auch kleinere, regional begrenzte Vorhaben umsetzen, die sonst möglicherweise nicht prioritär finanziert würden.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








