Trotz der trockensten zwölf Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 176 Jahren hat die Trinkwasserversorgung in Niederösterreich nach Angaben von LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) in mehr als 90 Prozent der Gemeinden „gut funktioniert“. Um die Versorgung langfristig zu sichern, sind rund 300 neue Projekte im Bereich Wasserversorgung geplant.
Trockenheit setzt Grundwasser und Flüsse unter Druck
Die vergangenen zwölf Monate brachten in Niederösterreich je nach Region ein Minus von 30 bis 60 Prozent bei den Jahresniederschlägen. Mit Ausnahme des Monats Februar lagen die Regenmengen 2026 durchgehend deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Folgen zeigen sich an den Messstellen im ganzen Land: An 91 Prozent der Grundwassermessstellen wurden niedrige oder sehr niedrige Stände registriert, bei den Oberflächengewässern liegen die Pegel zu 88 Prozent im sehr niedrigen Bereich.
Besonders deutlich zeigt sich die Lage an der Donau. Die Messstelle Kienstock in der Wachau verzeichnete zu Wochenbeginn mit 91 Zentimetern einen historischen Tiefstand. Die niedrigen Wasserstände führen zu Einschränkungen für die Güter- und Personenschifffahrt. Punktuelle Engpässe bei der Wasserversorgung gab es zudem in Streulagen und alpinen Bereichen. Mehrere Gemeinden haben in den vergangenen Monaten dazu aufgerufen, Wasser zu sparen.
Bei einer Lagebesprechung zur Wasserzukunft des Landes wurde am Mittwoch der aktuelle Stand der Versorgung und der geplanten Maßnahmen erörtert. Laut Martin Angelmaier, Leiter der Gruppe Wasser im Amt der niederösterreichischen Landesregierung, befinden sich derzeit 200 Projekte in Bau, darunter neue Brunnen, Hochbehälter und Leitungen. Weitere 300 Projekte sollen in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden. In den Gemeinden sind bereits 31 Trink- und Regenwasserpläne fertiggestellt, 73 weitere befinden sich in Arbeit. Parallel dazu laufen zehn Projekte zur Renaturierung von Gewässern.
92 Prozent der Bevölkerung Niederösterreichs werden öffentlich mit Wasser versorgt, der übrige Teil bezieht sein Wasser aus privaten Hausbrunnen. Als weiteres Vorhaben wird eine Leitung von der Donau ins Burgenland genannt, die auch Niederösterreich zugutekommen soll – etwa zur Anreicherung des Grundwassers, zur Bewässerung und zur zusätzlichen Absicherung der Trinkwasserversorgung.
Grundwasserneubildung und Trockenperioden
Grundsätzlich hängt der Zustand des Grundwassers stark von den Niederschlägen der vorangegangenen Monate und Jahre ab. Regen und Schmelzwasser versickern im Boden und füllen die unterirdischen Wasserspeicher auf, aus denen Brunnen und Wasserwerke gespeist werden. Bleibt der Niederschlag über längere Zeit aus, sinken die Grundwasserstände, weil weniger Wasser nachfließt, während Entnahme und natürliche Abflüsse weiterlaufen. Ähnliches gilt für Flüsse: Ihr Pegel wird maßgeblich vom Zufluss aus Nebenflüssen, Grundwasser und Schmelzwasser aus den Alpen bestimmt. Bleiben diese Zuflüsse aus, sinken die Wasserstände, was sich unmittelbar auf die Schifffahrt auswirken kann, da Frachter und Passagierschiffe auf ausreichende Fahrwassertiefen angewiesen sind.
Öffentliche Wasserversorger reagieren auf solche Entwicklungen üblicherweise mit einem Bündel technischer und organisatorischer Maßnahmen. Dazu zählen der Bau neuer Brunnen an ergiebigeren Standorten, die Vernetzung bestehender Wasserleitungen zwischen Gemeinden, um Engpässe auszugleichen, sowie der Bau von Hochbehältern, die Wasser speichern und bei Bedarf abgeben können. Kommunale Wasser- und Regenwasserkonzepte dienen dazu, den künftigen Bedarf einzuschätzen und frühzeitig Investitionen zu planen. Renaturierungsprojekte an Gewässern sollen zudem dazu beitragen, dass Wasser länger in der Landschaft gehalten wird, statt rasch abzufließen, was sich positiv auf die Grundwasserneubildung auswirken kann.
Regionen, die nicht an ein öffentliches Wassernetz angeschlossen sind, versorgen sich in der Regel über private Hausbrunnen. Diese sind stärker von lokalen Grundwasserständen abhängig und können bei anhaltender Trockenheit früher betroffen sein als große, überregional vernetzte Versorgungssysteme. Überregionale Leitungsprojekte, wie sie zwischen einzelnen Bundesländern di








