Nordwestbahnhof Wien: Studie prognostiziert deutliche Abkühlung durch geplante Grünflächen
Am Nordwestbahnhof in der Brigittenau entsteht eines der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens. Das Austrian Institute of Technology hat im Auftrag der ÖBB eine Studie zu den klimatischen Auswirkungen der geplanten Neugestaltung erstellt. Die Ergebnisse zeigen laut Prognose deutliche Effekte auf das Mikroklima im Gebiet.
Kernstück des Projekts ist eine rund zehn Hektar große sogenannte „Grüne Mitte“. Geplant sind mehr als 2.200 neue Bäume, entsiegelte Flächen und großzügige Aufenthaltsbereiche, die bisherige versiegelte und unbeschattete Flächen ersetzen sollen.
Modellierte Temperatureffekte
Die Studie prognostiziert eine nächtliche Abkühlung um rund ein Grad, lokal um bis zu 2,5 Grad Celsius. Eine nächtliche Abkühlung um ein Grad soll laut Studie die Dauer von Hitzewellen im Gebiet im Schnitt um einen Tag verkürzen, was etwa drei Tropennächten pro Jahr entspricht. Tagsüber soll die gefühlte Temperatur im Vergleich zu vollflächig versiegelten und unbeschatteten Bereichen großräumig um rund zehn Grad, lokal um mehr als zwanzig Grad Celsius sinken.
Die prognostizierten Effekte werden auf Beschattung durch Bäume und Gebäude sowie auf große Grünflächen zurückgeführt. Ergänzend sind offene Verbindungen zwischen Gebäuden zur Förderung der Luftzirkulation vorgesehen. Die Studie hebt zudem Durchlüftungsachsen in Nordwest-Südost-Richtung hervor. Negative Auswirkungen auf bestehende Kaltluftströme aus dem Wienerwald- und Donauraum werden laut Studie nicht erwartet.
Gemischter Stadtteil für rund 16.000 Bewohner
Am Nordwestbahnhof ist ein gemischter Stadtteil für Wohnen, Arbeiten und Bildung geplant. Künftig sollen rund 16.000 Menschen in dem Gebiet wohnen. Die Studie stellt Prognosen auf Basis von Modellierungen dar; die tatsächlichen Effekte hängen von der konkreten Umsetzung der Planung ab.







