Österreichs Gletscher verloren durchschnittlich zwei Meter – Permafrost taut bis in Rekordtiefe

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

Dieses Thema Freunden empfehlen

Kryosphärenbericht: Rekordverluste bei Gletschern und Eis in Österreich

Das Projekt „KryoMon.AT – Kryosphären Monitoring Österreich“ hat seinen aktuellen Kryosphärenbericht veröffentlicht. Der Bericht fasst Messergebnisse der Jahre 2022/23 und 2023/24 zusammen und dokumentiert für mehrere Bereiche Rekordwerte.

Projektleiter Wolfgang Schöner von der Universität Graz koordiniert das 2022 gestartete Vorhaben, an dem unter anderem die Universitäten Graz, Innsbruck, Salzburg und Krems sowie zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen und Institutionen beteiligt sind. Finanziert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Wärmstes Jahr der Messgeschichte

Die Durchschnittstemperatur in Österreich lag 2024 bei 8,8 °C und damit 3 °C über dem langjährigen Mittel. Damit gilt 2024 laut Bericht als das mit Abstand wärmste Jahr der österreichischen Messgeschichte. Am Sonnblick wurden 2024 insgesamt 66 frostfreie Tage in Folge registriert – mehr als doppelt so viele wie beim bisherigen Rekord.

Starke Gletscherverluste und Permafrost-Rekord

Dreizehn beobachtete Gletscher verloren im Mittel rund zwei Meter an Mächtigkeit pro Jahr. Das Jahr 2024 zählt damit zur Spitzengruppe der drei stärksten Verlustjahre seit Beginn der Messungen. Am Kitzsteinhorn taute der Permafrost 2024 lokal bis in eine Tiefe von 4,4 Metern auf – der höchste bislang dort gemessene Wert.

Deutliche Rückgänge bei Eis und Schnee

Am Lunzer See betrug die Eisbedeckungsdauer im Winter 2023/24 nur noch zwei Tage, was einem Rückgang von 97 Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel entspricht. Bei der Winterschneedecke zeigten sich regional stark unterschiedliche Entwicklungen: In Langen am Arlberg ging die Dauer der Schneebedeckung um vier Prozent zurück, in Lackenhof am Ötscher hingegen um 66 Prozent.