Streit um Altreifendeponie in Ohlsdorf: Gemeinde prüft Einspruch gegen Landesbescheid
In Ohlsdorf im Bezirk Gmunden sorgt eine seit Jahrzehnten bestehende Altreifendeponie für Auseinandersetzungen zwischen der Gemeinde und dem Land Oberösterreich. Das Land hat einen neuen Bescheid erlassen, wonach die verbliebenen Reifen dauerhaft im Boden verbleiben und mit Sand, Kies und Humus überdeckt werden sollen. Die Gemeinde lehnt diese Lösung ab und prüft einen Einspruch.
Der Gemeinderat Ohlsdorf hat sich einstimmig für eine vollständige Räumung der Deponie ausgesprochen. Bürgermeisterin Ines Mirlacher (SPÖ) kritisiert die Entscheidung des Landes und fordert ein gemeinsames Vorgehen aller politischen Kräfte. Der Gemeindevorstand soll kommende Woche zu einer Krisensitzung zusammenkommen.
Jahrzehnte lange Geschichte
Die Deponie geht auf die 1970er Jahre zurück. Die gesammelten Altreifen sollten ursprünglich als Rohstoffreserve dienen und später in einem Zementwerk als Brennstoff verwertet werden. Diese Pläne scheiterten. Millionen Reifen verblieben auf dem Gelände. Nachdem es dort mehrfach zu Bränden gekommen war, wurden die Reifen aus Brandschutzgründen mit Erde bedeckt. Anrainer geben an, bei der Errichtung sei lediglich von einem Zwischenlager die Rede gewesen.
Vor rund 15 Jahren ordnete das Land die Räumung der Deponie an. Seither wurde ein Teil der Reifen abtransportiert. Mit dem neuen Bescheid sieht das Land nun vor, die verbliebenen Reifen dauerhaft im Boden zu belassen und sie in den kommenden Jahren zu überwachen.
Bedenken aus der Bevölkerung
Rund um die Deponie befinden sich mehrere Quellen und Fischteiche. In dem Gebiet verläuft zudem der Grundwasserstrom der Traun. Landwirt Franz Ettinger, dessen Felder an die Deponie grenzen, äußert Bedenken hinsichtlich des Abbaus von Gummi in der Tiefe. Pensionistin Marianne Schmid spricht sich ebenfalls für eine vollständige Räumung aus.








