Pasterze könnte Rang als größter Gletscher Österreichs an Gepatschferner verlieren
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Pasterze könnte bald Rang als größter österreichischer Gletscher verlieren

Die Pasterze am Großglockner wird möglicherweise schon bald nicht mehr der flächenmäßig größte Gletscher Österreichs sein. Darauf haben der Alpenverein (ÖAV), der Nationalpark Hohe Tauern und Geosphere Austria hingewiesen.

Laut dem aktuellen Gletscherinventar aus dem Jahr 2023 umfasst die Pasterze noch eine Fläche von 16,7 Quadratkilometern, der Gepatschferner im Tiroler Kaunertal kommt auf rund 14,6 Quadratkilometer. Der Gepatschferner liegt auf einer Höhe von bis zu annähernd 3.500 Metern Seehöhe.

Letzte Eisverbindung der Pasterze in kritischem Zustand

Der sogenannte Hufeisenbruch ist derzeit die letzte verbleibende Verbindung zwischen dem Firngebiet und der Gletscherzunge der Pasterze. Eine frühere Verbindung, die Schneewinkel-Eisbrücke, ist bereits im Jahr 2020 endgültig abgerissen. Seit den 2010er-Jahren ist der Eisnachschub von oben so gering, dass die Bewegung der Gletscherzunge beinahe zum Stillstand gekommen ist. Sollte auch der Hufeisenbruch wegschmelzen, würde der Gepatschferner zur größten Gletscherfläche Österreichs aufsteigen.

Anhaltender Masseverlust

Die Gletscherzunge der Pasterze ist von 2024 auf 2025 um 7,3 Meter eingesunken. Die dabei abgeschmolzene Eismenge von 12,4 Millionen Kubikmetern entspricht einem Eiswürfel mit einer Kantenlänge von 231,5 Metern. Das aktuelle Eisvolumen der Pasterze wird mit 0,9 Kubikkilometern angegeben.

Seit 1980 ging an der Pasterze jährlich im Durchschnitt eine Tonne Eis pro Quadratmeter Gletscherfläche verloren. In den vergangenen zehn Jahren erhöhte sich dieser Wert auf 1,2 Tonnen pro Quadratmeter. Den Gletschermessdienst des Alpenvereins koordinieren Andreas Kellerer-Pirklbauer und Gerhard Lieb vom Institut für Geografie und Raumforschung der Universität Graz. Glaziologin Andrea Fischer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist ebenfalls an der wissenschaftlichen Begleitung beteiligt.