Pasterze verliert massiv an Eis – letzte Verbindung zum Firngebiet droht abzureißen
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Pasterze: Österreichs größter Gletscher verliert weiter massiv an Eis

Die Pasterze am Großglockner schrumpft weiter. Aktuelle Messdaten zeigen erhebliche Eismassenverluste – und eine zentrale strukturelle Verbindung des Gletschers steht möglicherweise vor dem endgültigen Abreißen.

Aktuelle Messwerte

Von 2024 auf 2025 ist die Gletscherzunge der Pasterze um 7,3 Meter eingesunken. Dabei sind 12,4 Millionen Kubikmeter Eis abgeschmolzen. Das aktuelle Eisvolumen der Pasterze wird mit 0,9 Kubikkilometern angegeben. Das Gletscherinventar 2023 weist für den Gletscher eine Fläche von 16,7 Quadratkilometern aus.

Seit 1980 ging der Pasterze jährlich im Durchschnitt eine Tonne Eis pro Quadratmeter Gletscherfläche verloren. In den vergangenen zehn Jahren hat sich dieser Wert auf durchschnittlich 1,2 Meter Wasseräquivalent – also 1,2 Tonnen – pro Quadratmeter erhöht. Die Massenbilanzmessungen werden von Michael Avian und Anton Neureiter von Geosphere Austria durchgeführt. Den Gletschermessdienst des Alpenvereins koordinieren Andreas Kellerer-Pirklbauer und Gerhard Lieb vom Institut für Geografie und Raumforschung der Universität Graz.

Hufeisenbruch als letzte Verbindung

Der Hufeisenbruch ist derzeit die letzte bestehende Verbindung zwischen dem Firngebiet und der Gletscherzunge der Pasterze. Die Eisbrücke über den Riffwinkel war zur Jahrtausendwende noch über 800 Meter breit. Die Schneewinkel-Eisbrücke ist bereits im Jahr 2020 endgültig abgerissen. Wissenschaftler rechnen damit, dass das Rest-Eis am Hufeisenbruch voraussichtlich noch 2026 abschmilzt, halten bei günstigeren Bedingungen aber auch ein Überdauern bis Ende des Jahres für möglich.

Wo um die Jahrtausendwende noch Eis lag, bilden sich heute mehrere Seen. Sollte die verbleibende Eisverbindung abreißen, wäre die Pasterze nicht mehr der flächenmäßig größte Gletscher Österreichs. Der Gepatschferner im Tiroler Kaunertal, der laut Andrea Fischer von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Jahr 2023 auf rund 14,6 Quadratkilometer kam, könnte dann diese Position übernehmen.

Hintergrund

Die Pasterze liegt unterhalb des Gipfels des Großglockners und ist über die Großglockner-Hochalpenstraße seit der Zwischenkriegszeit von Kärnten und Salzburg aus erreichbar. Die vorliegenden Daten und Einschätzungen stammen vom Alpenverein (ÖAV), dem Nationalpark Hohe Tauern und Geosphere Austria.