PFAS im Leitungswasser von Mannswörth: Messwerte unter EU-Grenzwert, Brunnen weiter belastet
In Mannswörth im Bezirk Bruck/Leitha hat ein Bewohner sein Brunnen- und Leitungswasser auf eigene Kosten beim Institut Dr. Wagner in Lebring (Steiermark) auf PFAS untersuchen lassen. Die Ergebnisse zeigen: Das Brunnenwasser überschreitet den EU-Grenzwert, das Leitungswasser liegt darunter.
PFAS sind sehr langlebige chemische Stoffe, die unter anderem in Löschschaum, beschichteten Pfannen, Funktionskleidung, Einweg-Verpackungen und Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden. In Mannswörth gelangte PFAS durch in der OMV-Raffinerie Schwechat verwendete AFFF-Feuerlöschschäume in den Boden.
Messwerte im Detail
Im Mai wurde bekannt, dass das Brunnenwasser des Bewohners mit PFAS kontaminiert ist. Laut Prüfbericht liegt der PFAS-Wert im Brunnenwasser bei 102 Nanogramm pro Liter und damit über dem seit Jänner geltenden EU-Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter. Im Leitungswasser wurden 19,8 Nanogramm pro Liter (Summe PFAS-20) gemessen – ein Wert unterhalb des EU-Grenzwerts. Für die vier PFAS PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS wurden im Leitungswasser elf Nanogramm pro Liter nachgewiesen.
Zum Vergleich: Schweden hat für diese vier Stoffe einen Summengrenzwert von vier Nanogramm pro Liter festgelegt, Dänemark erlaubt lediglich zwei Nanogramm pro Liter. Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker der Organisation Global 2000, äußerte, der EU-Grenzwert sei aus gesundheitlicher Sicht insbesondere für diese vier Stoffe zu hoch angesetzt, und verwies darauf, dass ein langfristiges Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden könne.
Betroffenes Gebiet und Empfehlungen
Betroffen ist laut Bewohnerinformation der Bereich nördlich der Raffinerie Schwechat zwischen der Ignaz-Köck-Straße und der Danubiastraße. Außerhalb dieses Bereichs lagen die gemessenen PFAS-Werte unter dem Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter. Den Bewohnern der Gemeinde war geraten worden, das Brunnenwasser nicht mehr zu verwenden und auf Leitungswasser umzusteigen. Die Werte in mehreren Hausbrunnen in Mannswörth überschreiten den EU-Grenzwert für Trinkwasser.
Stellungnahme der OMV
Die OMV betont, das öffentliche Trinkwassernetz sei derzeit nicht betroffen. Die Wasserversorger sähen laut OMV keine Belastung des öffentlichen Netzes. Für die regelmäßige Überwachung des Trinkwassers seien die Wasserversorger zuständig. Im Rahmen des Untersuchungsprogramms seien mehrere dutzend Hausbrunnen und Messpunkte betrachtet worden. Die OMV gab an, eine unabhängige umweltmedizinische Expertise beigezogen zu haben; das Gutachten wurde von Umweltmediziner Hanns Moshammer erstellt. Darin heißt es, aus der derzeitigen fachlichen Bewertung ergebe sich keine kurzfristig schlagend werdende akute Gesundheitsgefahr. Detaillierte Ergebnisse zu den Brunnenwassertestungen veröffentlichte die OMV nicht.








