PFAS im Grundwasser: Belastung in Niederösterreich und österreichweite Untersuchungen
In Mannswörth im Bezirk Bruck an der Leitha wurde PFAS im Grundwasser nachgewiesen. Bewohner einer dortigen Siedlung sollen seit fast zwei Monaten auf Wasser aus eigenen Brunnen verzichten. Eine Privatperson hatte ihr Trinkwasser prüfen lassen, woraufhin PFAS festgestellt wurden.
In der Nähe von Mannswörth befindet sich eine Raffinerie der OMV, bei deren Feuerwehrübungen PFAS-haltiger Löschschaum eingesetzt wurde. Die zuständige Stelle teilte mit, dass die gemessenen PFAS-Werte im Trinkwasser weit unter dem EU-Grenzwert lagen. In der Wissenschaft bestehen jedoch Zweifel, ob dieser Grenzwert streng genug ist.
Zahlreiche potenzielle Quellen in ganz Österreich
Das Umweltbundesamt geht davon aus, dass in Österreich rund 60.000 Altstandorte und 10.000 Altablagerungen, die vor 1989 betrieben oder stillgelegt wurden, als potenzielle PFAS-Quellen gelten. Derzeit werden mehr als 100 Standorte auf PFAS untersucht. Für diese Untersuchungen stehen vier Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Altlastenexperte Timo Dörrie ist beim Umweltbundesamt mit diesem Thema befasst. Zudem läuft ein Pilotprojekt zur Erfassung von Feuerwehr-Übungsplätzen als PFAS-Quellen. Das Umweltbundesamt rechnet außerdem mit einer PFAS-Belastung im Boden am Militärflugplatz Langenlebarn.
Der Flughafen Wien in Schwechat gibt an, nie PFAS-haltigen Löschschaum ausgebracht zu haben. Für Löschübungen steht laut einem Sprecher ein eigenes Trainingsgelände mit betonierter Fläche zur Verfügung. Bei bisherigen Messungen am Flughafen Wien wurde keine PFAS-Kontamination festgestellt.
Prüfpflicht und private Testmöglichkeiten
Seit Jahresbeginn sind große Wasserversorger verpflichtet, ihr Trinkwasser auf PFAS zu prüfen. Kleine Versorgungsgemeinschaften und Hausbrunnen sind von dieser Pflicht ausgenommen. Matthias Zessner, Umweltwissenschafter an der TU Wien, beschäftigt sich mit der Thematik.
Die Umweltorganisation Global 2000 startete eine österreichweite Testaktion, bei der Teilnehmer eine Laboranalyse auf 20 PFAS gemäß EU-Trinkwasserrichtlinie durchführen lassen können. Der Preis beträgt 234 Euro pro Probe, was laut Global 2000 einem reduzierten Preis um ein Drittel entspricht. PFAS kommen unter anderem in Kontaktlinsen, Backpapier und Textilien vor. Auf EU-Ebene wird ein Verbot der Stoffgruppe diskutiert.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








