Salzburgs Imker verzeichnen im Jahr 2026 eine außergewöhnlich ergiebige Honigernte. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit schwacher Ausbeute wurde heuer fast doppelt so viel Honig pro Bienenvolk geerntet wie in einem durchschnittlichen Jahr. Während sonst rund 15 Kilogramm Honig je Bienenvolk üblich sind, fiel die Ernte 2026 deutlich höher aus. Grund dafür war ein warmer und trockener Frühling, der den Bienen ein besonders üppiges Nahrungsangebot bescherte.
Prall gefüllte Waben und ein außergewöhnliches Waldhonig-Jahr
Andreas Brieger, Landesobmann der Imkerei und Bienenzucht, berichtet von Waben, die heuer besonders stark mit Honig gefüllt waren. Eine Verdeckelung auf der gesamten Wabe gilt dabei als Zeichen für eine starke Honiggefülltheit. Laut Thomas Renner, Geschäftsführer des Imkerhofs, war das Nahrungsangebot für die Bienen 2026 außergewöhnlich groß. Während früher vor allem der Flachgau als ergiebige Trachtregion galt, zählen mittlerweile auch Almen im Innergebirg zu den guten Honigquellen.
Durch die hohen Temperaturen und den damit verbundenen Hitzestress stand der Wald heuer bereits früh in voller Blüte. Die Waldtracht schloss dadurch fast nahtlos an die Blütentracht an. Besonders bemerkenswert war das starke Jahr für Waldhonig, der von Blattläusen stammt. Ein solch ertragreiches Waldhonig-Jahr ist eher selten, wie es heißt. Für die Imkerbranche gewinnt Waldhonig zusehends an Bedeutung.
Hitze als Belastung für die Bienenvölker
Trotz der guten Ernte hatten die Bienen im Sommer 2026 mit hohen Belastungen zu kämpfen. Die hohen Temperaturen im Juli und August setzten den Völkern zu. Bienen kühlen ihren Stock bei Hitze mit Wasser und durch Flügelschlagen, wofür sie im vergangenen Sommer aufwendiger nach Wasserstellen suchen mussten.
Die trockene Witterung wirkte sich auch auf die Qualität des Honigs aus. In trockenen Jahren weist Honig einen geringeren Wassergehalt auf. Laborleiter Chris Steube vom Imkerhof weist darauf hin, dass ein gewisser Wassergehalt im Honig für den Geschmack von Bedeutung ist. Am 13. November findet die Salzburger Honig Prämierung statt, bei der Honig verkostet und bewertet wird.
Varroa-Behandlung und Wintervorbereitung
Derzeit steht für die Imker vor allem die Durchführung von Varroa-Behandlungen im Vordergrund. Im Anschluss daran folgt das Auffüttern der Völker für den Winter. Vielerorts zeigen sich die Bienenvölker heuer deutlich gesünder als in den Vorjahren. Die Arbeiterinnen sind aktuell damit beschäftigt, Pollen für den Winter zu sammeln.
Wetterlage und Bienenernährung im Zusammenhang
Grundsätzlich hängt der Ertrag einer Honigernte eng mit dem Witterungsverlauf eines Jahres zusammen. Warme und trockene Frühjahrsphasen begünstigen häufig ein reichhaltiges Blütenangebot, während anhaltende Nässe oder Kälte die Sammeltätigkeit der Bienen einschränken können. Auch die sogenannte Waldtracht, bei der Bienen den von Blattläusen erzeugten Honigtau sammeln, ist stark von klimatischen Bedingungen abhängig und tritt nicht in jedem Jahr in vergleichbarer Stärke auf.
Gleichzeitig stellt sommerliche Hitze für Bienenvölker eine erhebliche Herausforderung dar. Um die Temperatur im Stock stabil zu halten, transportieren Bienen Wasser ein und sorgen durch gezieltes Flügelschlagen für Verdunstungskühlung. Dieser Mechanismus ist für das Überleben des Volkes von zentraler Bedeutung, erfordert bei hohen Außentemperaturen jedoch zusätzlichen Aufwand bei der Wasserbeschaffung.
Auch die Varroamilbe zählt zu den wiederkehrenden Herausforderungen in der Bienenhaltung. Sie gilt als einer der bedeutendsten Schädlinge für Honigbienen und macht regelmäßige Behandlungen notwendig, um die Gesundheit der Völker zu erhalten. Die anschließende Fütterung dient dazu, den Beständen ausreichend Reserven für die kalte Jahreszeit zu sichern, in der die Sammeltätigkeit ruht und die Völker auf eingelagerte Vorräte angewiesen sind.








