In Salzburg hat sich ein neuer Verein gegründet, der Touristen und Gästen kostenlose Führungen abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten anbietet. Die sogenannten Greeters, zu Deutsch Begrüßer, zeigen Besucherinnen und Besuchern die Stadt aus Sicht von Einheimischen. Die Initiative ist Teil einer internationalen Bewegung, die in den 1990er-Jahren in New York entstand und mittlerweile in 40 Ländern aktiv ist.
Spaziergänge mit Salzburgern durch ihre Stadt
Begründer der lokalen Gruppe ist der Journalist und Publizist Michael Mayr. Zu den Mitgliedern zählt auch Heinrich Schellhorn, früherer Landeshauptmann-Stellvertreter, der aus der Tourismusregion Zillertal stammt. Ebenfalls als Greeter engagiert sich Andreas Windischbauer, ein Pensionist und früherer Medien-Manager, der die Führungen ehrenamtlich übernimmt. Auch Bert Brugger, ehemaliger Tourismusdirektor der Stadt Salzburg, ist inzwischen Teil der Gruppe.
Ein sogenannter Greet dauert zwei bis vier Stunden und findet als Spaziergang statt. Die Website der Greeters gibt an, dass für die Führungen kein Geld verlangt wird. Zu den Gästen zählte zuletzt etwa Carrie van Dyck, eine Touristin aus den USA, die als Gründerin des ersten Farm-to-Table-Restaurants des Landes bekannt ist.
Die Salzburger Greeters sind bewusst nicht in sozialen Medien vertreten und lassen sich ausschließlich über ihre Website finden. Als Motto der Bewegung gilt: „Komm als Gast, geh als Freund.“ Die Gruppe hofft nach eigenen Angaben auf mehr Beteiligung, insbesondere von Frauen.
Roman Forisch, Sprecher der professionellen Fremdenführer in Salzburg, sieht in den Greetern derzeit noch keine große Konkurrenz für das etablierte Gewerbe.
Eine Bewegung mit Ursprung in New York
Die Greeter-Bewegung wurde in den 1990er-Jahren in New York ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Reisenden abseits touristischer Standardprogramme einen persönlichen Zugang zu einer Stadt zu ermöglichen. Grundgedanke ist dabei stets, dass Einheimische freiwillig und unentgeltlich ihre Zeit zur Verfügung stellen, um Gästen ihre Umgebung aus eigener Perspektive näherzubringen. Anders als bei klassischen, kommerziellen Stadtführungen steht nicht eine feste Route im Vordergrund, sondern der persönliche Austausch zwischen Gastgebenden und Gästen.
Mittlerweile ist das Konzept in rund 40 Ländern verbreitet. Die einzelnen Gruppen organisieren sich in der Regel als eigenständige, ehrenamtlich getragene Vereine, die lose über gemeinsame Grundprinzipien miteinander verbunden sind, jedoch ohne zentrale kommerzielle Struktur arbeiten. Grundsätzlich handelt es sich um ein Gegenmodell zu klassifizierten Tourguide-Angeboten: Wer als Greeter aktiv ist, benötigt keine touristische Fachausbildung, sondern bringt vor allem Ortskenntnis und Interesse am Austausch mit Reisenden mit.
In vielen Städten wird ein Greet vorab über eine Website oder eine formlose Anfrage vereinbart, wobei die Themenauswahl häufig von den persönlichen Vorlieben der Gäste und der jeweiligen Begrüßerin oder des Begrüßers abhängt. Damit unterscheidet sich das Format grundsätzlich von standardisierten Führungen, bei denen ein festgelegtes Programm im Vordergrund steht. Für viele Städte gilt dieses Modell als ergänzendes Angebot zum bestehenden touristischen Infrastrukturnetz, das insbesondere Interessierten mit Wunsch nach persönlichem Kontakt und ungewöhnlichen Perspektiven abseits klassischer Hotspots entgegenkommt.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







