Salzburg benennt fünf weitere NS-belastete Straßen um
Der Kulturausschuss der Stadt Salzburg hat die Umbenennung von fünf weiteren Straßen beschlossen, die derzeit noch Namen ehemaliger Nationalsozialisten, Kollaborateure und Profiteure des NS-Regimes tragen. SPÖ, KPÖ und die grüne Bürgerliste stimmten mehrheitlich für das Vorhaben.
Die Heinrich-Damisch-Straße wurde bereits in Helene-Thimig-Straße umbenannt. Heinrich Damisch wird als antisemitischer Hetzer bezeichnet, Helene Thimig war Schauspielerin und wurde ins Exil getrieben.
Zeitplan für weitere Umbenennungen
Bis 2028 soll jedes Jahr mindestens eine Straße den Namen einer Frau erhalten, die Opfer des NS-Regimes wurde. Konkret ist vorgesehen, dass die Josef-Thorak-Straße am 1. Dezember 2026 in Helene-von-Taussig-Straße umbenannt wird. Am 1. Mai 2027 soll die Hans-Pfitzner-Straße zur Anna-Reindl-Straße werden, am 1. Oktober 2027 die Erich-Schenk-Straße zur Elsa-Bienenfeld-Straße. Die Resatzstraße soll am 1. März 2028 in Irma-Rafaela-Toledo-Straße umbenannt werden, die Erich-Landgrebe-Straße am 1. Juni 2028 in Maria-Johanna-Sedelmaier-Straße.
Allein im Fall der Josef-Thorak-Straße sind 37 Projekte, 174 gemeldete Personen, 18 Gewerbetreibende an 13 Adressen, zwei Firmen sowie 77 Privateigentümer betroffen. Die Stadt Salzburg übernimmt sämtliche direkt anfallenden Kosten der Umbenennungen. Anrainer, Unternehmen und Grundstückseigentümer werden vorab per Brief über die Änderungen informiert.
Die bisherigen Namensgeber
Josef Thorak wurde von Adolf Hitler und Joseph Goebbels geschätzt, erhielt zahlreiche Aufträge der NSDAP sowie Staatsaufträge und profitierte von der Arisierung des Schlosses Prielau bei Zell am See. Hans Pfitzner, ein Musiker, fiel seit den 1920er Jahren durch deutschnationale und antisemitische Äußerungen auf und erhielt 1944 von Goebbels eine steuerfreie Ehrengabe von 50.000 Reichsmark. Der Musikwissenschafter Erich Schenk propagierte in seinen Publikationen Antisemitismus und NS-Ideologie.
Der bildende Künstler Gustav Resatz war bereits Anfang der 1930er-Jahre für die NSDAP tätig, wirkte in der Illegalität als Blockleiter in Wien und leitete ab Oktober 1943 die Werkschule Gloggnitz. Der Maler und Schriftsteller Erich Landgrebe wurde bereits in den 1930er Jahren NSDAP-Mitglied und verfasste 1938 einen Beitrag im Bekenntnisbuch österreichischer Dichter.
Die künftigen Namensgeberinnen
Helene von Taussig wurde 1897 in Wien geboren und zog 1919 nach Anif, wo sie 1927 erstmals in der Stadt Salzburg ihre Bilder ausstellte. 1940 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung aus Anif ausgewiesen, 1941 enteignet und 1942 im KZ Izbica ermordet.
Anna Reindl und ihr Mann waren an der Organisation des politischen Widerstands in Salzburg beteiligt. Anfang 1942 wurden kommunistische und sozialistische Widerstandsgruppen durch einen Spitzel enttarnt. Anna Reindl wurde ohne Gerichtsverfahren nach Auschwitz deportiert und am 24. August 1942 ermordet.
Elsa Bienenfeld promovierte als erste Frau Österreichs im Fach Musikwissenschaft und arbeitete als Musikjournalistin und Musikkritikerin. 1942 wurde sie in das KZ Maly Trostinec in Weißrussland deportiert und im selben Jahr getötet.
Irma Friedmann wurde im bayerischen Laufen geboren, absolvierte eine Ausbildung zur Modistin in Prag und heiratete 1931. 1936 übersiedelte die Familie nach Salzburg. Sie versteckte sich auf einer Berghütte am Schlenken und entkam dem Holocaust. Unter dem Künstlernamen Irma Rafaela Toledo hatte sie 1953 eine Ausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz. Sie starb 2002 in Salzburg.
Maria Johanna Sedelmaier war Schriftstellerin und Lehrerin. Der Besuch einer höheren Schule blieb ihr als Mädchen verwehrt, weshalb sie sich Griechisch und Latein autodidaktisch aneignete. Nach dem Tod ihrer Mutter übernahm sie deren Tabakladen am Universitätsplatz und legte 1936 die Prüfung zum Unterr





