In der Stadt Salzburg ist am Montag, dem 15. August 2026, ein neues E-Bike-Verleihsystem namens S-Bike gestartet. Zum Start stehen 200 E-Bikes bereit, die an mehr als 60 Stationen im Stadtgebiet ausgeliehen und zurückgegeben werden können. Bis zum Jahresende soll die Flotte auf mehr als 600 Räder anwachsen.
Start des S-Bike-Systems in Salzburg
Die Räder werden über die Wegfinder-App freigeschaltet. Die Elektromotoren unterstützen die Fahrerinnen und Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h. In verkehrsberuhigten Bereichen wie der Altstadt wird die Unterstützung auf 10 km/h gedrosselt. Alle S-Bikes sind per GPS erfasst, die Akkus werden regelmäßig ausgetauscht.
Das System kostet inklusive der geleasten E-Bikes jährlich 1,2 Millionen Euro. Die Kosten teilen sich die Stadt Salzburg und das Land Salzburg. Das Angebot ist vorerst auf das Stadtgebiet beschränkt.
Für Inhaberinnen und Inhaber des Klimatickets sind die ersten 30 Minuten pro Fahrt kostenlos. Ohne Ermäßigung liegt der Preis bei drei Euro pro halber Stunde. Von der FH in Puch-Urstein liegen bereits Anfragen zum System vor.
Kostenmodelle bei kommunalen Bike-Sharing-Systemen
Kommunale Bike- und E-Bike-Sharing-Angebote werden in vielen österreichischen Städten üblicherweise durch ein Zusammenspiel von Nutzungsgebühren und öffentlichen Zuschüssen finanziert. Die laufenden Kosten entstehen dabei vor allem durch Leasing oder Anschaffung der Räder, den Betrieb der Stationen, die Wartung sowie den regelmäßigen Austausch der Akkus, der bei elektrisch unterstützten Systemen einen erheblichen organisatorischen Aufwand darstellt.
Rabattmodelle, die an bestehende Mobilitätsangebote wie ein Klimaticket gekoppelt sind, sollen in der Regel einen Anreiz schaffen, öffentlichen Verkehr und Sharing-Angebote miteinander zu kombinieren. Kurze Fahrten, etwa zur Überbrückung der sogenannten letzten Meile zwischen Haltestelle und Zielort, profitieren dabei besonders von kostenlosen oder vergünstigten ersten Nutzungsminuten.
Die Drosselung der Motorunterstützung in sensiblen Innenstadtbereichen ist bei E-Bike-Verleihsystemen ein verbreitetes Sicherheitsinstrument. In historischen Altstädten mit hohem Fußgängeraufkommen, engen Gassen und gemischter Verkehrsführung soll eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit dazu beitragen, Konflikte zwischen Radfahrenden und anderen Verkehrsteilnehmenden zu verringern.
Die GPS-Erfassung der Räder dient bei solchen Systemen üblicherweise mehreren Zwecken zugleich: Sie ermöglicht es, den Standort verfügbarer Räder in Echtzeit über eine App anzuzeigen, unterstützt die Standortkontrolle an den Stationen und erleichtert im Bedarfsfall das Wiederauffinden einzelner Fahrräder. Für Nutzerinnen und Nutzer bedeutet dies in der Praxis vor allem eine verlässlichere Planung von Fahrten, da die Verfügbarkeit an den jeweiligen Stationen digital einsehbar ist.
Eine schrittweise Erweiterung der Flotte, wie sie für das S-Bike-System bis Jahresende vorgesehen ist, ist bei neu eingeführten Sharing-Systemen ein gängiges Vorgehen. Damit lässt sich die tatsächliche Nachfrage beobachten, bevor zusätzliche Räder und Stationen in Betrieb genommen werden. Anfragen von Institutionen außerhalb des ursprünglichen Versorgungsgebiets, wie sie im Fall der Fachhochschule in Puch-Urstein vorliegen, sind bei stark nachgefragten kommunalen Verkehrsangeboten ebenfalls keine Seltenheit und spiegeln häufig ein allgemeines Interesse an einer Ausweitung des Angebots über die Stadtgrenzen hinaus wider.






