Rund 80 Menschen haben in Salzburg heuer eine dreijährige Pflegeausbildung an der Fachhochschule in Puch im Tennengau oder am Krankenhaus Schwarzach im Pongau abgeschlossen. Für rund drei Viertel von ihnen gibt es aktuell keine der angepeilten Stellen in den Spitälern des Landes. Das steht im Widerspruch zur Situation in vielen Krankenhäusern, wo es einen großen Andrang von Patienten mit teils langen Wartezeiten für Operationen gibt.
Volle Stellenpläne trotz Wartelisten für Operationen
Landesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ), zuständig für das Sozialwesen, erklärte dazu, in den Spitälern seien die Stellenpläne derzeit alle voll besetzt. Neu aufgenommen werde dort nur, wenn Personal in Karenz gehe, sich in Langzeitkrankenstand befinde, kündige oder in Pension gehe. Außerhalb der Krankenhäuser gebe es laut Fürweger hingegen jede Menge Arbeit für ausgebildete Pflegekräfte.
Landesrätin Daniela Gutschi (ÖVP), die für Gesundheit zuständig ist, bewertete die Entwicklung als positives Zeichen. Der Pflegekräftemangel habe sich aus ihrer Sicht aufgelöst. Das Land habe sehr viel investiert, das Berufsbild sei attraktiver geworden, und an den Landeskliniken gebe es inzwischen weniger Fluktuation als zuvor.
Für die frisch ausgebildeten Pflegekräfte selbst stellt sich die Lage anders dar. Pflegestudent Jonas Irnberger bezeichnete die aktuelle Situation als sehr ernüchternd. Die meisten Bachelor-Absolventen wollen nach eigenen Angaben nicht im Langzeit-Pflegebereich arbeiten, also etwa in Alters- und Pflegeheimen, sondern in Spitälern. Pflegestudent Daniel Valon sagte, er könne sich eine Tätigkeit in einem Altersheim allenfalls als Übergangslösung vorstellen, nicht als dauerhafte Perspektive. Nach Angaben aus dem Umfeld der Ausbildung soll es Gespräche zwischen den Studierenden und der Landesregierung geben.
Ausbildung, Berufseinstieg und Versorgungsstruktur im Pflegebereich
Die dreijährige Pflegeausbildung mit Bachelor-Abschluss qualifiziert für die sogenannte gehobene Pflege, die in Krankenhäusern, Pflegeheimen und in der mobilen Betreuung eingesetzt wird. Grundsätzlich richten sich Ausbildungsplätze in solchen Studiengängen am erwarteten künftigen Personalbedarf aus, der von Bundesländern und Trägern der Gesundheitseinrichtungen prognostiziert wird. Wie viele Absolventinnen und Absolventen tatsächlich in den öffentlichen Spitälern unterkommen, hängt jedoch nicht allein vom Ausbildungsvolumen ab, sondern auch von den jeweils genehmigten Stellenplänen der Krankenhäuser.
Stellenpläne in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen werden üblicherweise von den zuständigen Trägern und der Landesregierung festgelegt und orientieren sich an Budgetvorgaben, dem prognostizierten Versorgungsbedarf und der tatsächlichen Fluktuation des bestehenden Personals. Neue Planstellen entstehen in der Regel nur, wenn zusätzlicher Bedarf ausgewiesen wird oder wenn bestehende Stellen frei werden, etwa durch Pensionierungen, Kündigungen, Karenzen oder längere Krankenstände. Bleibt die Fluktuation gering, wie sie für die Salzburger Landeskliniken beschrieben wurde, sinkt entsprechend auch die Zahl der neu zu besetzenden Stellen für Berufseinsteigerinnen und -einsteiger.
Der Bereich der Langzeitpflege, etwa in Alters- und Pflegeheimen oder in der mobilen Pflege, gilt in Österreich traditionell als besonders personalintensiv und wird von vielen Absolventinnen und Absolventen der gehobenen Pflegeausbildung seltener als erste Berufswahl angegeben. Das liegt unter anderem an unterschiedlichen Arbeitsbedingungen, Schichtmodellen und dem Tätigkeitsprofil im Vergleich zur Akutpflege in Krankenhäusern. Gleichzeitig besteht in der Langzeitpflege in vielen Regionen ein anhaltender Personalbedarf, der sich von der Situation in den Spitälern unterscheiden kann.
Wartezeiten für geplante Operationen in Krankenhäusern hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die Zahl der verfügbaren Operationssäle, die ärztliche Kapazität, organisatorische Abläufe sowie die vorhandene Bettenkapazität auf den nachsorgenden Stationen. Pflegepersonal ist dabei einer von mehreren Faktoren, die die Kapazität eines Krankenhauses beeinflussen, jedoch nicht der einzige. Ob und in welchem Ausmaß die Personalsituation in der Pflege in Salzburg konkret mit den beschri
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