Salzburgs Temperaturmessstationen messen am Stadtklima vorbei
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Kritik an Standorten amtlicher Temperaturmessstationen in Salzburg

Die offiziellen Messstationen der Geosphere Austria in der Stadt Salzburg befinden sich in Salzburg-Freisaal und am Salzburger Flughafen – beide auf unbebauten Flächen im Landschaftsschutzgebiet beziehungsweise im Flughafenbereich. Stadtklimatologen kritisieren diese Standortwahl.

Isabel Auer, Stadtklimatologin beim Wiener Ingenieurbüro Weatherpark, bemängelt, dass die offiziellen Temperaturangaben abseits dicht verbauter Stadtteile ermittelt werden. Als Beispiel stehen Messwerte vom Montag um 16:00 Uhr: Während die Luftgüte-Messstation des Landes im Paumannpark in Salzburg-Lehen 32,1 Grad anzeigte, registrierte die Station in Salzburg-Freisaal zum selben Zeitpunkt 30,8 Grad. Bei den Werten aus dem Paumannpark handelt es sich um ungeprüfte Rohdaten.

Internationale Vorgaben als Grundlage

Michael Butschek, Regionalstellenleiter der Geosphere Austria, erläutert, dass die Messstationen nach den Vorgaben der Weltmeteorologischen Organisation aufgestellt werden. Demnach soll die Lufttemperatur in zwei Meter Höhe über begrünter Fläche, in einer abgeschatteten, weiß gestrichenen und gut belüfteten Wetterhütte gemessen werden. Butschek räumt ein, dass dem Wärmeinseleffekt im innerstädtischen Bereich dabei keine Rechnung getragen wird.

Andere Städte mit ausgebauteren Messnetzen

Auer fordert den Ausbau der Temperaturmessnetze in Städten. In anderen österreichischen Städten sind solche Systeme bereits weiter entwickelt: In Graz fasst ein Klimainformationssystem Messstationen verschiedener Einrichtungen zusammen, in Linz wird an einem Netz mit 50 über das Stadtgebiet verteilten Stationen gearbeitet. Die Geosphere Austria betreibt in Wien mehrere Messstationen, darunter auf der Hohen Warte und auf dem Dach der Technischen Universität.