Schauspiellegende Erni Mangold mit 99 Jahren gestorben

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die Schauspielerin Erni Mangold ist am Samstag, den 5. September 2026, im Alter von 99 Jahren gestorben. Mangold zählte über Jahrzehnte hinweg zu den prägenden Bühnen- und Filmdarstellerinnen des deutschsprachigen Raums und war bis ins hohe Alter künstlerisch aktiv.

Eine Karriere von der Josefstadt bis zum Kino

Erni Mangold wurde am 26. Jänner 1927 in Großweikersdorf im Bezirk Tulln geboren. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Wiener Schauspielschule Krauss. 1946 gab sie ihr Bühnendebüt am Theater in der Josefstadt, dem sie bis 1956 verbunden blieb. Anschließend wechselte sie für acht Jahre an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg unter der Leitung von Gustaf Gründgens und danach an das Düsseldorfer Schauspielhaus unter Karlheinz Stroux. Zwischen 1965 und 1972 folgten weitere Engagements in Deutschland, der Schweiz und Österreich. 1981 holte sie Hans Gratzer ans Wiener Schauspielhaus. Ihren Bühnenabschied kündigte Mangold 2017 an, er erfolgte im selben Jahr mit dem Stück „Harold und Maude“ an den Kammerspielen des Theaters in der Josefstadt.

Neben ihrer Theaterarbeit wirkte Mangold in weit über 100 Film- und Fernsehproduktionen mit. Zu ihren bekannten Filmen zählen „Der Engel mit der Posaune“ (1948), „Hanussen“ (1955), „Kassbach“ (1979) und „Before Sunrise“ (1995). Noch 2020 war sie in Wolfgang Murnbergers Film „Schönes Schlamassel“ zu sehen.

Auszeichnungen und Lehrtätigkeit

Für ihre schauspielerische Arbeit wurde Mangold vielfach ausgezeichnet. 1972 erhielt sie die Kainz-Medaille, 1999 wurde sie zur Kammerschauspielerin ernannt. 2012 wurde ihr das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen, 2015 folgte der Nestroy-Ring der Stadt Bad Ischl sowie der Österreichische Filmpreis in der Kategorie „Beste Darstellerin“ für ihre Rolle in „Der letzte Tanz“. 2016 wurde sie mit dem Großen Schauspielpreis der Diagonale geehrt.

Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit widmete sich Mangold auch der Ausbildung junger Schauspielerinnen und Schauspieler. Sie unterrichtete am Salzburger Mozarteum, an der Wiener Schauspielschule Krauss sowie am Max Reinhardt Seminar, wo sie ab 1974 lehrte und zwischen 1983 und 1995 als ordentliche Hochschulprofessorin tätig war.

Mangold war 20 Jahre lang mit ihrem Schauspielkollegen Heinz Reincke verheiratet, der bereits verstorben ist. Sie lebte seit vielen Jahren in ihrem Bauernhaus im Waldviertel, in Sankt Leonhard am Hornerwald im Bezirk Krems. Die Gemeinde widmete ihr zu ihrem 80. Geburtstag den „Prof. Erni Mangold-Weg“. In ihrem Erinnerungsbuch mit dem Titel „Lassen Sie mich in Ruhe“ sowie im im Styria Verlag erschienenen Bildband „Sagen Sie, was Sie denken. Mein Leben in Bildern“ blickte sie auf ihr Leben zurück. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) veröffentlichte eine Aussendung zum Tod von Mangold.

Das Theater in der Josefstadt als Karrierestation

Das Theater in der Josefstadt zählt zu den traditionsreichsten Sprechbühnen Wiens und gilt seit jeher als wichtige Ausbildungs- und Wirkungsstätte für Schauspielerinnen und Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Engagements an diesem Haus markieren für viele Karrieren einen frühen und bedeutenden Schritt, ebenso wie spätere Rückkehrten nach Jahren an anderen renommierten Bühnen. Auch Wechsel zwischen Theater, Film und Lehrtätigkeit sind in der Branche keine Seltenheit: Viele etablierte Darstellerinnen und Darsteller geben ihre Erfahrung im Laufe ihrer Karriere an Ausbildungsstätten wie dem Max Reinhardt Seminar oder dem Mozarteum weiter, um den künstlerischen Nachwuchs zu fördern. Auszeichnungen wie die Kainz-Medaille oder der Titel der Kammerschauspielerin würdigen in Österreich traditionell besondere Verdienste um das Theater und gelten als Anerkennung eines Lebenswerks auf der Bühne.