Auf dem Radweg R2 in Bad Radkersburg im Bezirk Südoststeiermark sind am Samstagnachmittag drei Radfahrer verletzt worden. Der Unfall ereignete sich gegen 12:35 Uhr beim Abbiegen vom Trummerweg auf den Radweg. Eine 64-jährige Schweizerin aus dem Kanton Aargau erlitt schwere Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber in das LKH Graz geflogen.
Frontalzusammenstoß beim Abbiegen auf den Radweg
Die 64-Jährige war gemeinsam mit ihrem Mann und einem weiteren Urlaubspaar aus der Schweiz unterwegs. Die Gruppe hatte den Hauptplatz von Bad Radkersburg verlassen und war in Richtung Liebmannsee unterwegs. Die beiden Männer fuhren mit E-Bikes voraus, die beiden Frauen folgten ihnen und unterhielten sich während der Fahrt.
Beim Abbiegen vom Trummerweg auf den Radweg R2 kam der 64-Jährigen eine 36-jährige Radfahrerin aus Wien entgegen. Diese leitete eine Notbremsung ein, konnte eine Frontalkollision mit der Schweizerin jedoch nicht mehr verhindern. Ein 36-jähriger Mann aus dem Bezirk Leibnitz, der unmittelbar hinter der Wienerin fuhr, konnte ebenfalls nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr auf das Fahrrad seiner Partnerin auf. Alle drei Beteiligten kamen dabei zu Sturz.
Die 64-Jährige blieb nach dem Zusammenstoß bewusstlos auf dem Radweg liegen. Der 36-Jährige setzte den Notruf ab und leistete bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe. Die beiden 36-Jährigen erlitten bei dem Sturz leichte Verletzungen. Alle drei Unfallbeteiligten trugen zum Zeitpunkt des Unfalls Fahrradhelme.
Ablenkung als möglicher Faktor bei Kollisionen im Gegenverkehr
Bei Zusammenstößen zwischen entgegenkommenden Radfahrern spielt die Reaktionszeit eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich verkürzt sich der Bremsweg, je früher ein Hindernis oder ein entgegenkommendes Fahrzeug wahrgenommen wird. Gespräche während der Fahrt, das Beobachten von Mitfahrern oder die Konzentration auf die Streckenführung können die Aufmerksamkeit für den Gegenverkehr verringern. Insbesondere an unübersichtlichen Einmündungen, wie sie bei Abzweigungen von einer Straße auf einen Radweg häufig vorkommen, bleibt oft wenig Zeit, um auf ein plötzlich auftauchendes Hindernis zu reagieren.
Auch bei nachfolgenden Radfahrern kann eine Kollision vor ihnen kaum vermieden werden, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Rad gering ist. Ein ausreichender Sicherheitsabstand gilt daher grundsätzlich als eine der wichtigsten Maßnahmen, um Auffahrunfälle bei plötzlichen Bremsmanövern zu verhindern. Das gilt besonders in Gruppen, in denen mehrere Personen hintereinander unterwegs sind und sich ein Bremsvorgang an der Spitze erst mit Verzögerung auf die nachfolgenden Fahrer auswirkt.
Bedeutung des Helms bei Stürzen
Das Tragen eines Fahrradhelms zählt zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen bei Stürzen und Kollisionen im Radverkehr. Er kann insbesondere bei Stößen gegen den Kopf schwere Verletzungen abmildern, ersetzt jedoch keinen ausreichenden Sicherheitsabstand oder eine vorausschauende Fahrweise. Bei Unfällen mit hoher Geschwindigkeit oder direktem Aufprall bleibt trotz Helm ein Verletzungsrisiko bestehen, wie es auch bei schweren Kopfverletzungen im Straßenverkehr immer wieder dokumentiert wird.








