Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Zillertalstraße in Fügen sind am Freitagvormittag sechs Menschen verletzt worden, darunter zwei Kinder. Ein 52-jähriger Autofahrer war taleinwärts unterwegs, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit dem Fahrzeug einer Familie aus Deutschland. Vier Verletzte wurden ins Krankenhaus Schwaz gebracht, zwei weitere Personen, darunter eines der beiden Kinder, mit dem Hubschrauber nach Innsbruck geflogen.
Ausweichversuch verhinderte Frontalzusammenstoß nicht
Der Unfall ereignete sich, als der 52-Jährige mit seinem Auto auf der Zillertalstraße in Richtung Talschluss fuhr und dabei auf die Gegenfahrbahn geriet. Ihm kam eine 35-jährige Deutsche entgegen, in deren Auto zwei weitere Erwachsene sowie zwei Kinder im Alter von fünf und zwei Jahren saßen. Die Frau versuchte auszuweichen und konnte einen unmittelbaren Frontalzusammenstoß zunächst vermeiden.
Der 52-Jährige fuhr in der Folge gegen die Leitplanke und wurde von dieser zurückgeschleudert. Dabei prallte sein Fahrzeug in das Auto der Familie. Beide Fahrzeuge kamen anschließend im angrenzenden Feld zum Stehen.
Bei dem Zusammenstoß wurden alle sechs Insassen der beiden Fahrzeuge verletzt. Vier von ihnen wurden von der Rettung in das Krankenhaus Schwaz gebracht. Zwei weitere Personen, unter ihnen eines der beiden Kinder, wurden mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus nach Innsbruck geflogen.
Gegenverkehr und Fahrbahnwechsel als Unfallrisiko
Unfälle, bei denen ein Fahrzeug aus bislang ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn gerät, zählen zu den folgenschwersten Ereignissen im Straßenverkehr. Anders als bei Auffahrunfällen treffen die Fahrzeuge dabei oft mit hoher relativer Geschwindigkeit aufeinander, selbst wenn beide Lenker innerhalb der erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterwegs sind. Leitplanken sollen in solchen Situationen verhindern, dass Fahrzeuge von der Fahrbahn abkommen oder in den Gegenverkehr geraten. Sie können ein Fahrzeug jedoch auch abweisen und in eine neue, oft unvorhersehbare Bewegungsrichtung lenken, wie es bei einem Rückprall der Fall sein kann.
Auf kurvenreichen Talstraßen wie der Zillertalstraße kommt erschwerend hinzu, dass Fahrbahnen häufig durch Gegenverkehr aus beiden Richtungen stark befahren sind, insbesondere in den Sommermonaten mit hohem Tourismusaufkommen. Ausweichmanöver, wie sie auch im aktuellen Fall unternommen wurden, können eine direkte Kollision zwar verzögern oder abmildern, verhindern einen Zusammenstoß aber nicht in jedem Fall vollständig, wenn die Fahrzeuge in kurzer Distanz aufeinandertreffen.
Versorgung von Unfallopfern nach Schweregrad
Bei Verkehrsunfällen mit mehreren Verletzten richtet sich die Wahl des Transportmittels üblicherweise nach der Schwere der Verletzungen und der Erreichbarkeit geeigneter Krankenhäuser. Rettungswagen übernehmen in der Regel den Transport von Patienten, deren Zustand eine bodengebundene Versorgung zulässt, während Hubschrauber vor allem dann eingesetzt werden, wenn eine schnellere Versorgung notwendig ist oder spezialisierte Abteilungen, etwa für Kinder oder schwer verletzte Personen, in größeren Kliniken wie in Innsbruck zur Verfügung stehen. Diese Aufteilung ermöglicht es den Einsatzkräften, mehrere Verletzte gleichzeitig zu versorgen und die Behandlung an den jeweiligen medizinischen Bedarf anzupassen.







