Die Silvretta-Hochalpenstraße im Montafon soll nach aktuellem Planungsstand bereits 2029 wieder für den Verkehr geöffnet werden und damit ein Jahr früher als bislang angekündigt. Das teilte der Betreiber illwerke vkw am Donnerstag mit. Bisher war von einer Öffnung im Sommer 2030 die Rede. Die Straße ist seit 2024 gesperrt.
Neuer Zeitplan für die Sperrstrecke
Die Aussage zur früheren Öffnung stammt von illwerke-vkw-Vorstandsmitglied Gerd Wegeler. Demnach wurden die geplanten Schutzmaßnahmen mit Unterstützung eines Universitätsprofessors optimiert. Dadurch werden kleiner dimensionierte Schutzbauten möglich, was sich auf den Zeitplan auswirkt. Die Öffnung 2029 steht allerdings unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen sowie notwendiger Aufsichtsratsbeschlüsse. Über die neue Lage wurde der illwerke-Aufsichtsrat am Mittwoch informiert. Die entsprechenden Beschlüsse sollen im Frühjahr 2027 gefasst werden.
Zwischen den Kehren 13 und 14 sind die Arbeiten an der Strecke bereits abgeschlossen. Der insgesamt zu sichernde Abschnitt erstreckt sich über mehrere Kilometer. Die Felssicherungsarbeiten wurden im Mai und Juni 2026 erledigt, die Schutzbauwerke aus der ersten Phase nach den Murenabgängen sollen bis Herbst 2026 fertiggestellt sein. Einschränkend kommt hinzu, dass Arbeiten im Hochgebirge nur während weniger Monate im Jahr möglich sind.
Vorgeschichte der Sperre und politischer Druck
Die Straße war im Sommer 2024 nach einem Murenabgang gesperrt worden. Im Juli 2025 ereignete sich ein weiterer Murenabgang, woraufhin eine zunächst angedachte Öffnung wieder verworfen wurde. Im März 2026 teilte illwerke vkw mit, dass die Straße bis inklusive 2029 geschlossen bleibt. Der damalige Zeitplan sah Behördenverfahren ab Sommer 2026, einen Baubeschluss im Frühjahr 2027 sowie Bauarbeiten über drei Saisonen von 2027 bis 2029 vor.
Im August hatte das Unternehmen eine frühere Öffnung noch ausgeschlossen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) hatte im ORF-Sommergespräch am 17. September eine frühere Öffnung gefordert und erklärt, eine Öffnung erst 2030 sei für ihn keine ausreichende Perspektive. Daniel Sandrell, Montafoner Standesrepräsentant und Bürgermeister von Gaschurn-Partenen, ist in diesem Zusammenhang als regionaler Ansprechpartner genannt. Als Pressesprecher von illwerke vkw tritt Andreas Neuhauser auf.
Während der Bauarbeiten im Sommer ist die Vermuntbahn geöffnet. Von der Tiroler Seite aus bleibt die Straße mautfrei befahrbar.
Schutzbauten im alpinen Gelände
Grundsätzlich stellen Hangsicherungen im Hochgebirge Bauvorhaben unter besonderen Bedingungen dar. Die kurze schneefreie Zeit begrenzt die jährliche Bauperiode auf wenige Monate, zusätzlich müssen Baustellen in exponierter Lage gegen Steinschlag, Muren und Wettereinflüsse abgesichert werden. Planungsänderungen, etwa durch neue geologische Einschätzungen oder optimierte Bauweisen, können sich daher unmittelbar auf Gesamtzeitpläne auswirken, da einzelne Bauabschnitte oft nur saisonal nacheinander umgesetzt werden können.
Bei Vorhaben dieser Art sind zudem in der Regel mehrere Genehmigungsebenen zu durchlaufen. Neben technischen Behördenverfahren zur Statik und Sicherheit von Schutzbauten spielen bei Infrastrukturprojekten dieser Größenordnung häufig auch unternehmensinterne Entscheidungsgremien eine Rolle, etwa wenn über Investitionssummen oder Bauzeitpläne final entschieden wird. Solche Beschlüsse werden üblicherweise erst getroffen, wenn die technische Planung ausreichend konkretisiert ist, was die zeitliche Abfolge zwischen Planungsfortschritt und Umsetzungsbeschluss erklärt.
Für Passstraßen im Hochgebirge gilt außerdem, dass Sperrungen regelmäßig regionale Auswirkungen auf Verkehr, Tourismus und grenzüberschreitende Verbindungen zwischen Bundesländern oder Staaten haben. Deshalb stehen solche Vorhaben häufig auch im Interesse von Gemeinden und Landespolitik, die auf zügige Lösungen drängen, während die bautechnische und sicherheitsrelevante Umsetzung eigenen Zeitachsen folgt.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







