Das Skigebiet Unterberg im Bezirk Wiener Neustadt stellt seinen Betrieb ein. Die Entscheidung dazu fiel Ende des Sommers, wie Geschäftsführer Erich Panzenböck mitteilte. Das als „Naturschneeparadies“ vermarktete Gebiet hatte in den vergangenen zwei Wintersaisonen keinen einzigen Tag geöffnet.
Aus für ein Gebiet ohne Kunstschnee
Das Skigebiet Unterberg verzichtete bewusst auf künstliche Beschneiung und setzte ausschließlich auf natürlichen Schneefall. Genau diese Ausrichtung wurde in den vergangenen Jahren zum entscheidenden Problem: Sowohl in der zuletzt vergangenen Saison als auch in der Saison davor reichten die Schneeverhältnisse nicht aus, um überhaupt einen Betriebstag zu ermöglichen. Zwei aufeinanderfolgende Winter ohne einen einzigen Öffnungstag bildeten den unmittelbaren Hintergrund der nun getroffenen Entscheidung.
Das Skigebiet war 2014 von ortsansässigen Unternehmen übernommen worden. Zum Angebot gehörten 16 Pistenkilometer, vier Lifte sowie ein sogenannter „Zauberteppich“, ein Förderband, das vor allem Anfängerinnen und Anfängern den Einstieg erleichtern sollte. Mit der Einstellung des Betriebs endet dieses Angebot nun.
Für die künftige Nutzung des Areals wird derzeit ein Konzept erarbeitet. Geschäftsführer Erich Panzenböck arbeitet dabei mit den Grundeigentümern zusammen an Überlegungen, das Gebiet künftig für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer zugänglich zu machen.
Kleine Skigebiete unter Druck
Grundsätzlich stehen kleinere und tiefer gelegene Skigebiete in den vergangenen Jahren zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Anders als große Skigebiete in höheren Lagen verfügen sie häufig nicht über die finanziellen Mittel oder die klimatischen Voraussetzungen für eine flächendeckende künstliche Beschneiung. Fällt der natürliche Schneefall aus oder reicht die Schneedecke nicht für einen sicheren Betrieb, bleibt der Skibetrieb in solchen Fällen ganz aus.
Für Betreiber bedeutet das ausbleibende Öffnen einer ganzen Saison in der Regel einen erheblichen Einnahmeausfall, während Fixkosten für Anlagen, Wartung und Versicherungen häufig weiterlaufen. Bei kleineren, oft familiär oder regional getragenen Skigebieten kann sich ein solcher Ausfall über mehrere Jahre deutlich stärker auswirken als bei größeren touristischen Destinationen mit breiterer wirtschaftlicher Basis.
Skigebiete, die bewusst auf Kunstschnee verzichten, positionieren sich häufig als naturnahes oder ökologisch orientiertes Angebot. Dieses Konzept kann bei ausreichendem Naturschnee attraktiv sein, macht den Betrieb jedoch unmittelbar abhängig von den jeweiligen Witterungsbedingungen einer Saison. Bleibt der Schneefall aus, gibt es bei einem solchen Modell keine technische Ausweichmöglichkeit, um den Betrieb dennoch aufrechtzuerhalten.
Nachnutzung stillgelegter Skigebiete
Bei der Umwandlung ehemaliger Skigebiete rücken vielfach ganzjährig nutzbare oder wintersportliche Alternativen ohne Liftbetrieb in den Vordergrund, etwa Wanderwege, Mountainbike-Strecken oder eben Routen für Skitouren und Schneeschuhwanderungen. Solche Konzepte erfordern in der Regel Abstimmungen zwischen Betreibern, Gemeinden und Grundeigentümern, da bestehende Infrastruktur wie Lifte oder Pistenflächen häufig zurückgebaut, umgewidmet oder sich selbst überlassen wird. Ziel ist dabei meist, die touristische Nutzung eines Gebiets auch ohne klassischen Skibetrieb zumindest teilweise zu erhalten.








