Am Hauptbahnhof St. Pölten können derzeit keine Züge halten. Grund ist laut ÖBB eine Stellwerkstörung im Bereich des Bahnhofs, die gegen 8.30 Uhr aufgetreten ist. An einer Behebung des Problems wird gearbeitet. Für die betroffenen Strecken wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Störung legt Zugverkehr in St. Pölten lahm
Die Stellwerkstörung betrifft den Bahnhof St. Pölten unmittelbar. Fernverkehrszüge werden deshalb teilweise über die Güterzugumfahrung St. Pölten umgeleitet. Zwischen Pöchlarn im Bezirk Melk und St. Pölten sowie zwischen Tullnerfeld und St. Pölten gibt es zum Teil Schienenersatzverkehr. Auch im Nahverkehr wirkt sich die Störung aus: Zwischen Loosdorf beziehungsweise Pottenbrunn und Viehhofen nach St. Pölten wurde ebenfalls ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
ÖBB-Sprecher Christopher Seif äußerte sich zu dem Vorfall. Am Bahnhof Tullnerfeld waren zwischenzeitlich Fahrgäste gestrandet. Sie kritisierten, dass es seitens der ÖBB kaum Informationen zur Lage gegeben habe. Kurz vor 10.30 Uhr dürfte der erste Schienenersatzbus in Tullnerfeld eingetroffen sein.
Wie viele Züge und Fahrgäste insgesamt von der Störung betroffen sind, ließ sich zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht konkret beziffern. Die ÖBB äußerte die Hoffnung, das Problem rasch beheben zu können. Eine verlässliche Prognose zur Dauer der Störung sei schwierig, man rechnete jedoch damit, sie innerhalb der folgenden Stunde beheben zu können.
Stellwerke als neuralgischer Punkt im Bahnbetrieb
Stellwerke steuern Weichen und Signale und sind damit zentrale Schaltstellen für den gesamten Zugverkehr in einem Bahnhofsbereich. Fällt ein Stellwerk aus oder tritt eine technische Störung auf, können Züge den betroffenen Abschnitt aus Sicherheitsgründen häufig nicht mehr befahren, selbst wenn die Strecke selbst intakt ist. Gerade an großen Knotenbahnhöfen wie St. Pölten, an denen sich Fern- und Nahverkehr sowie mehrere Streckenäste bündeln, kann eine einzelne Störung deshalb weiträumige Auswirkungen auf den Fahrplan haben.
Um den Betrieb bei solchen Ausfällen aufrechtzuerhalten, greifen Bahnbetreiber üblicherweise auf Ausweichrouten und Ersatzverkehr zurück. Güterzugumfahrungen, wie sie auch in St. Pölten genutzt werden, sind in solchen Fällen eine gängige Möglichkeit, zumindest einen Teil des Fernverkehrs am eigentlichen Störungsbereich vorbeizuleiten. Wo keine Umfahrung möglich ist, wird häufig auf Busse als Schienenersatzverkehr zurückgegriffen, um Reisende zwischen den betroffenen Bahnhöfen zu befördern. Die Organisation eines kurzfristigen Schienenersatzverkehrs ist dabei mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf verbunden, da Busse und Fahrpersonal erst disponiert werden müssen, was insbesondere in den ersten Stunden nach Bekanntwerden einer Störung zu Wartezeiten an den Bahnhöfen führen kann.
Die Behebung von Stellwerkstörungen kann je nach Ursache unterschiedlich lange dauern. Handelt es sich um Softwarefehler oder kleinere technische Defekte, lassen sich diese teils innerhalb kurzer Zeit beheben. Liegt hingegen ein Hardwareschaden vor, kann der Austausch von Komponenten deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Eine belastbare Einschätzung zur Dauer ist daher oft erst möglich, nachdem die genaue Ursache der Störung identifiziert wurde.







