Die Wiener Linien nehmen am 5. September die Verlängerung der Straßenbahnlinie 18 offiziell in Betrieb. Die neue Streckenführung ist 3,1 Kilometer lang, beginnt bei der Schlachthausgasse und führt vom zweiten in den dritten Bezirk. Über die Wasserwiese und den Donaukanal erreicht die Linie den Prater, kreuzt die Hauptallee und endet direkt beim Ernst-Happel-Stadion an der Station der U2. Insgesamt entstehen entlang der neuen Strecke sieben zusätzliche Haltestellen. Die Inbetriebnahme erfolgt pünktlich zum Schulbeginn.
Neue Streckenführung und Testphase vor dem Start
Die Vorarbeiten für die Verlängerung liefen bereits Anfang 2025. Im Zuge des Projekts wurde die Stadionbrücke modernisiert, die von der Landstraße über den Donaukanal in die Leopoldstadt führt. In den vergangenen Wochen fanden mehrere Probefahrten statt, bei denen Weichen, Oberleitung und die neuen Haltestellen getestet wurden.
Mit der Verlängerung verbindet die Linie 18 künftig die Station Burggasse-Stadthalle mit der Station Stadion und führt dabei auch zum Ludwig Koeßler Platz. Entlang der Strecke bestehen Umsteigemöglichkeiten zu fünf U-Bahn-Linien und acht S-Bahn-Linien. Die Linie 18 übernimmt zudem die bisherige Streckenführung des Autobusses 77A bis zur U2-Station Stadion. Der 77A selbst verkehrt künftig vom Rennweg über die Schlachthausgasse bis nach Neu Marx.
Im Zusammenhang mit der Neueröffnung wird die Verbindung über die Stadionallee und die Meiereistraße zwischen der Lusthausstraße und dem Stadionbad an allen Wochentagen für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Zufahrt zu Siedlungen, Sportanlagen oder Parkplätzen bleibt von dieser Sperrung unberührt.
Entlang der Neubaustrecke wurden außerdem mehr als 2.150 Meter neue Radwege errichtet. Zusätzlich wurden 200 neue Bäume gepflanzt und mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche begrünt. Zu den Maßnahmen äußerten sich mehrere Verantwortliche, darunter Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, Stadträtin Ulli Sima, zuständig für Stadtentwicklung, Mobilität und die Wiener Stadtwerke, sowie Alexandra Reinagl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien.
Ausbau des Straßenbahnnetzes im innerstädtischen Bereich
Grundsätzlich dienen Streckenverlängerungen im städtischen Schienennetz dazu, bestehende Buslinien zu ersetzen und dadurch die Kapazität auf stark frequentierten Achsen zu erhöhen. Straßenbahnen können im Vergleich zu Bussen in der Regel mehr Fahrgäste befördern und sind unabhängiger vom allgemeinen Straßenverkehr, sofern eigene Gleiskörper zur Verfügung stehen.
Bei vergleichbaren Ausbauprojekten werden üblicherweise auch Brücken- und Leitungsinfrastruktur erneuert, da neue Gleisanlagen entsprechende bauliche Voraussetzungen erfordern. Die Sanierung von Brückenbauwerken, wie sie im Zuge der aktuellen Verlängerung an der Stadionbrücke erfolgte, ist in solchen Projekten ein üblicher Bestandteil der Vorarbeiten.
Auch die Anbindung an bestehende U-Bahn- und Schnellbahnlinien gehört bei Netzerweiterungen in der Regel zu den zentralen Planungszielen. Durch gute Umsteigemöglichkeiten lassen sich Fahrgastströme zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln bündeln, was die Auslastung des gesamten öffentlichen Verkehrsnetzes verbessern kann.
Begleitende Maßnahmen wie neue Radwege, zusätzliche Baumpflanzungen und größere begrünte Flächen sind bei städtischen Infrastrukturprojekten mittlerweile häufig Teil der Umsetzung. Sie sollen dazu beitragen, dass Straßenbahnausbauten nicht isoliert betrachtet werden, sondern in ein umfassenderes Konzept der Verkehrs- und Stadtentwicklung eingebettet sind. Verkehrsberuhigende Sperrungen für den motorisierten Individualverkehr, wie sie im Umfeld neuer Straßenbahnstrecken oft eingerichtet werden, dienen in der Regel dazu, den Bahnbetrieb reibungslos zu gewährleisten und gleichzeitig die Sicherheit für Radfahrende und Fußgänger zu erhöhen.








