Eine Sturmfront hat am Freitagabend über dem Norden Salzburgs zu rund 30 Feuerwehreinsätzen geführt. Die GeoSphere Austria hatte zuvor Sturmböen von 80 bis 90 km/h prognostiziert. Kurz nach 18.00 Uhr rückten die Feuerwehren im Flachgau, im Tennengau und in der Stadt Salzburg aus. Rund 250 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Salzburg und der Freiwilligen Feuerwehren waren im Einsatz. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand, größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.
Umgestürzte Bäume auf Straßen und Leitungen
Der Großteil der Einsätze betraf umgestürzte Bäume. Diese mussten von Straßen sowie von Oberleitungen und Stromleitungen entfernt werden, um die Verkehrs- und Stromversorgung wiederherzustellen. Die Einsatzkräfte waren dabei auf mehrere Gemeinden im Flachgau und Tennengau sowie auf das Stadtgebiet von Salzburg verteilt.
Zusätzliche Einsätze gab es an zwei Seen im Salzburger Land. Am Wolfgangsee und am Wallersee waren neben den Feuerwehren auch Kräfte der Wasserrettung im Einsatz. Auf beiden Seen waren mehrere Boote gekentert. Betroffen waren sowohl Stand-up-Paddlerinnen und -Paddler als auch Elektroboote, die durch den Sturm in Not gerieten. Auch hier wurden nach bisherigem Stand keine Verletzten gemeldet.
Am Abend war die Sturmfront bereits am Abklingen. Ein Großteil der eingesetzten Kräfte befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf dem Rückweg zu den Feuerwehrhäusern.
Windböen als wiederkehrende Gefahr im Sommer
Sommergewitter und Sturmfronten wie die vom Freitagabend zählen in Österreich zu den häufigsten Ursachen für kurzfristige Massenanfälle an Feuerwehreinsätzen. Grundsätzlich entstehen solche Fronten durch rasch heranziehende Kaltluftmassen, die auf warme, feuchte Luft treffen. Die dabei auftretenden Fallböen können lokal deutlich stärker ausfallen als die allgemeine Windprognose und treffen Bäume und lose Gegenstände oft ohne lange Vorwarnzeit.
Bei vergleichbaren Wetterlagen konzentrieren sich die Einsätze der Feuerwehren meist auf wenige Stunden. Umgestürzte oder abgebrochene Bäume stellen dabei die häufigste Schadensart dar, da sie Straßen blockieren oder auf Strom- und Telefonleitungen fallen können. Die Beseitigung solcher Hindernisse hat in der Regel Priorität, um Verkehrswege wieder freizugeben und Folgeschäden an der Infrastruktur zu vermeiden.
Auch Gewässer wie der Wolfgangsee oder der Wallersee gelten bei aufkommendem Sturm als potenziell gefährlich für Freizeitsportler. Böen können auf offener Wasserfläche ungebremst auftreffen und kleinere Boote sowie Stand-up-Paddel-Boards rasch zum Kentern bringen. In solchen Situationen übernehmen neben den Feuerwehren üblicherweise auch die Wasserrettungsorganisationen die Suche nach betroffenen Personen und deren Bergung aus dem Wasser.
Die Landesalarm- und Warnzentrale koordiniert bei größeren Wetterereignissen die Alarmierung der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren über die betroffenen Bezirke hinweg. Dadurch können Einsatzkräfte je nach Lage gezielt in jene Gebiete verlegt werden, in denen zeitgleich mehrere Meldungen eingehen. Diese zentrale Steuerung soll sicherstellen, dass auch bei einer hohen Zahl paralleler Einsätze ausreichend Kapazitäten für dringende Fälle zur Verfügung stehen.








