Die Autoschleuse Tauernbahn, die Autos in 13 Minuten durch den Tauern-Hauptkamm transportiert, hat im Juli 2026 mit technischen Problemen zu kämpfen gehabt. Mehrfach kam es zu Ausfällen und Verspätungen. Am 15. August 2026 mussten vier von 36 täglichen Fahrten ausfallen. Die ÖBB setzen inzwischen mobile Wartungsteams ein, die nachts und mehrmals wöchentlich die Fahrzeuge prüfen.
Ausfälle und technischer Zustand der Schleuse
Die Autoschleuse Tauernbahn zählt zu den traditionsreichen Verkehrsangeboten Österreichs. Es gibt sie seit 1920. Pro Richtung können rund 55 Pkw und etwa 100 Fahrräder transportiert werden. Der Tauernbahntunnel, durch den die Schleuse verkehrt, ist mehr als 100 Jahre alt.
Im Juli 2026 traten technische Probleme auf, die zu mehreren Ausfällen und Verspätungen führten. Am 15. August 2026 fielen vier der 36 täglichen Fahrten aus. Um die Fahrzeuge künftig zuverlässiger im Einsatz zu halten, haben die ÖBB mobile Wartungsteams eingerichtet. Diese Teams kontrollieren die Fahrzeuge nachts und mehrmals wöchentlich.
Neben den technischen Herausforderungen verzeichnet die Schleuse eine wachsende Nachfrage von Radfahrerinnen und Radfahrern. Mittlerweile nutzen pro Sommer 30.000 Radfahrer des Alpe-Adria-Trails das Angebot, um den Tauern-Hauptkamm zu überwinden.
Modernisierung und geplante Bauarbeiten
Die ÖBB planen mehrere Schritte, um den Betrieb der Autoschleuse zu modernisieren. Vorgesehen ist unter anderem die Digitalisierung der Abfertigung der Schleusen-Kunden. Zudem sollen neue, modernisierte zweistöckige Fahrzeuge zum Einsatz kommen.
Für das kommende Jahr ist eine längere Sperre der Tauernbahn geplant. Von Februar bis Juli wird die Strecke im Rahmen der zweiten Bauphase gesperrt sein. In diesem Zeitraum ist mit Einschränkungen für den regulären Bahnverkehr und die Autoschleuse zu rechnen.
Bedeutung der Tauernstrecke für den alpinen Verkehr
Strecken durch alpine Hauptkämme wie den Tauern-Hauptkamm erfordern grundsätzlich einen hohen Wartungsaufwand. Tunnelanlagen, die wie der Tauernbahntunnel bereits über ein Jahrhundert in Betrieb sind, unterliegen kontinuierlicher technischer Beanspruchung durch Witterung, Nutzungsfrequenz und Materialalterung. Autoschleusen durch Bahntunnel gelten allgemein als praktische Lösung, um Fahrzeuge über topografisch schwierige Streckenabschnitte zu transportieren, ohne dass diese über weite Umwege auf der Straße geführt werden müssen. Solche Systeme sind in Österreich an mehreren alpinen Bahnstrecken im Einsatz und ermöglichen eine vergleichsweise schnelle Querung von Gebirgszügen.
Bei umfassenden Bauvorhaben an Bahnstrecken werden Sperrzeiten üblicherweise so geplant, dass sie größere zusammenhängende Bauphasen ermöglichen. Dadurch lassen sich Streckenabschnitte über längere Zeiträume durchgehend bearbeiten, was in der Regel effizienter ist als wiederholte kurze Unterbrechungen. Für Nutzer bedeutet dies allerdings, dass sie sich über mehrere Monate auf Einschränkungen oder Alternativrouten einstellen müssen.







