In der Herrgottwiesgasse in Graz ist eine tonnenschwere Eisenbahnbrücke eingehoben worden. Die neue Brücke soll am 24. August 2026 in Betrieb gehen. Die ÖBB investieren rund 5 Millionen Euro in das Bauprojekt, das die Eisenbahninfrastruktur zwischen dem Grazer Hauptbahnhof und dem Ostbahnhof modernisiert.
Neue Brücke ersetzt Bauwerk aus dem Jahr 1948
Die bisherige Brücke an dieser Stelle stammte aus dem Jahr 1948 und wurde im Zuge der Bauarbeiten bereits zurückgebaut. An ihre Stelle tritt eine neue Stahlbrücke, die in neun Einzelteilen angeliefert wurde. Die einzelnen Bauteile wiegen jeweils rund 27 Tonnen. Vor Ort wurde die Brücke mittels Längsverschubverfahren zusammengebaut. Sie erhält zudem eine neue Schotterbettfahrbahn.
Parallel zur Eisenbahnbrücke entsteht über den Mühlgang eine neue Radwegbrücke. Die Bauarbeiten für das Gesamtprojekt laufen bereits seit Februar 2026. Für die abschließenden Arbeiten ist bis zum 23. August 2026 eine Gesamtstreckensperre zwischen Graz Hauptbahnhof und Gleisdorf vorgesehen. Die vollständige Fertigstellung aller Bauarbeiten ist für Ende Oktober 2026 geplant.
Verfahren beim Brückenbau im Bahnnetz
Bei Eisenbahnbrücken in innerstädtischen Lagen kommt häufig das Längsverschubverfahren zum Einsatz, wie es auch in der Herrgottwiesgasse angewendet wurde. Dabei wird das Bauwerk in einzelnen Segmenten neben der endgültigen Position vormontiert und anschließend in Längsrichtung an seinen Bestimmungsort geschoben oder eingehoben. Dieses Vorgehen ermöglicht es, den Zeitraum von Streckensperren möglichst kurz zu halten, da der aufwendigste Teil der Montage bereits im Vorfeld erfolgt.
Schotterbettfahrbahnen gelten im Bahnbau als verbreitete Bauweise für Brücken, da sie im Vergleich zu festen Fahrbahnen bestimmte akustische und fahrdynamische Eigenschaften mit sich bringen. Laut Angaben der ÖBB trägt die Schotterbettfahrbahn im vorliegenden Fall zu einer Reduzierung der Schallemissionen bei und erhöht gleichzeitig den Fahrkomfort im Bahnbetrieb.
Gesamtstreckensperren, wie sie im Bereich zwischen Graz Hauptbahnhof und Gleisdorf für den Abschluss der Arbeiten vorgesehen sind, werden bei größeren Infrastrukturprojekten üblicherweise genutzt, um mehrere Bauschritte kompakt und ohne parallel laufenden Zugverkehr durchzuführen. Dadurch lassen sich sicherheitsrelevante Arbeiten an Gleisen und Brückenbauwerken in einem begrenzten Zeitfenster bündeln.







