Trafik in Paternion schließt nach 17 Jahren endgültig – kein Nachfolger gefunden

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Paternion im Bezirk Villach-Land hat die Trafik in der Hauptstraße vergangenen Freitag ihre Türen geschlossen. Sabine Polzer hatte das Geschäft 17 Jahre lang geführt. Die 60-Jährige geht aus gesundheitlichen Gründen in Pension. Einen Nachfolger für den Standort gibt es nicht, weshalb die Trafik endgültig aufgegeben wird.

Aus für einen langjährigen Nahversorger in Paternion

Sabine Polzer betrieb die Trafik seit 17 Jahren. Mit ihrem Eintritt in die Pension endet auch der Betrieb des Geschäfts, da sich niemand fand, der die Trafik übernehmen wollte. Die Monopolverwaltungsgesellschaft prüft in solchen Fällen, ob sich eine Neuvergabe des Standorts wirtschaftlich noch auszahlt. Für Paternion wurde dabei eine Gewinnerwartung von rund 30.000 Euro ermittelt. Geschäftsführer Hannes Hofer ist für diese Bewertungen bei der Monopolverwaltungsgesellschaft zuständig.

Die Trafik in Paternion war neben dem Verkauf von Tabakwaren auch Postpartner und übernahm damit für die Region zusätzliche Aufgaben der Grundversorgung. Mit der Schließung fällt diese Funktion am Standort weg.

Der Fall in Paternion steht nicht allein. Noch in diesem Jahr sperren zwei weitere Trafiken in Villach und Althofen zu. In Kärnten gab es 2015 noch 158 Tabakfachgeschäfte, aktuell sind es 143. Innerhalb der vergangenen 15 Jahre haben damit 31 Trafiken im Bundesland geschlossen.

Vergabe von Trafiken als staatliches Modell

Das System der Trafiken in Österreich geht auf eine lange Tradition zurück. Seit mehr als 240 Jahren, seit der Zeit Josef II., vergibt der Staat die Konzessionen für den Verkauf von Tabakwaren. Grundsätzlich ist eine der zentralen Voraussetzungen für die Vergabe einer Trafik eine mindestens 50-prozentige Behinderung. Das Modell wurde ursprünglich geschaffen, um Menschen mit Behinderung eine gesicherte berufliche Perspektive und ein selbstständiges Einkommen zu ermöglichen.

Bei der Aufgabe eines Standorts prüft die Monopolverwaltungsgesellschaft üblicherweise, ob sich eine Neubesetzung der Trafik wirtschaftlich noch trägt. Dabei fließen unter anderem die zu erwartenden Umsätze und Gewinne am jeweiligen Standort in die Bewertung ein. Fällt diese Einschätzung negativ aus oder findet sich, wie im Fall Paternion, kein Nachfolger, wird die Konzession nicht neu vergeben und der Standort bleibt dauerhaft geschlossen.

Strukturwandel im ländlichen Raum

Der Rückgang der Trafiken in Kärnten reiht sich in eine allgemeine Entwicklung ein, die viele kleinere Nahversorgungsbetriebe im ländlichen Raum betrifft. Neben dem klassischen Verkauf von Tabakwaren übernehmen Trafiken vielerorts zusätzliche Funktionen, etwa als Postpartner, Lotto-Annahmestelle oder Verkaufsstelle für Zeitungen und Zeitschriften. Schließt ein solcher Standort, entfallen damit häufig mehrere Dienstleistungen gleichzeitig, die für die Versorgung einer Gemeinde von Bedeutung sein können.

Die Zahl der Trafiken in Kärnten ist damit über die vergangenen Jahre kontinuierlich zurückgegangen, von 158 Standorten im Jahr 2015 auf aktuell 143. Mit den für heuer angekündigten Schließungen in Villach und Althofen setzt sich diese Entwicklung fort.