Trockenheit in Oberösterreich: Wildtiere verdursten und ertrinken in Pools und Kanälen

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die anhaltende Trockenheit setzt Wildtieren und Wäldern in Oberösterreich massiv zu. Natürliche Wasserstellen trocknen vielerorts aus, sodass Rehe, Hirsche und andere Wildtiere ihre gewohnten Lebensräume verlassen und zunehmend die Nähe zu Menschen suchen. Dabei geraten sie mitunter in Pools oder Kanäle. Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner bestätigt, dass immer mehr Meldungen über verendete, verdurstete Tiere eingehen. Viele Tiere befänden sich derzeit in einem schlechten körperlichen Zustand und seien stark abgemagert.

Notlage für Rehe und anderes Wild

Die Jägerschaft richtet mittlerweile vielerorts zusätzliche Wasserstellen ein, um die betroffenen Tiere zu unterstützen. Trotzdem müssen Feuerwehren immer wieder ausrücken, wenn Wildtiere in Swimmingpools geraten oder in Kanäle stürzen. Sieghartsleitner zufolge sind bereits viele Tiere ertrunken. In einem Kanal wurden kürzlich zwölf Rehe gefunden, die hineingestürzt und nicht mehr herausgekommen waren. Der Landesjägermeister spricht von einer „totalen Notsituation“, unter der die Wildtiere derzeit leiden.

Die Jägerschaft appelliert deshalb an Spaziergänger und Naturliebhaber, die Tiere möglichst wenig zu stören. Empfohlen wird, auf den Wegen zu bleiben, keinen unnötigen Lärm zu machen und Hunde an der Leine zu führen. In Pettenbach im Almtal haben Privatpersonen bereits eine Wassertränke aufgestellt, um Tieren in der Region eine zusätzliche Trinkmöglichkeit zu bieten.

Geschwächte Wälder und wachsende Brandgefahr

Auch die Wälder in Oberösterreich leiden unter der Trockenheit. Bäume werfen teilweise bereits ihre Blätter ab oder beginnen zu vertrocknen. Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbands Oberösterreich, beschreibt die Situation als Kampf ums Wasser. Die Trockenphase und die extreme Hitze hätten dem Wald erheblich zugesetzt, die Bäume seien aktuell deutlich geschwächt.

Geschädigte Bäume sind laut Kepplinger anfälliger für Gefahren wie den Borkenkäfer. Gleichzeitig steigt mit der Trockenheit die Gefahr von Waldbränden. Beim Waldverband melden sich zahlreiche Waldbesitzer, die sich angesichts der zunehmenden Brandgefahr versichern wollen.

Wasserhaushalt als entscheidender Faktor für den Wald

Grundsätzlich hängt die Widerstandsfähigkeit von Wäldern maßgeblich vom Wasserhaushalt des Bodens ab. Bäume benötigen ausreichend Feuchtigkeit, um ihren Stoffwechsel aufrechtzuerhalten und Schädlinge sowie Krankheitserreger abzuwehren. Fehlt Wasser über längere Zeit, sinkt der Innendruck in den Zellen, was die Bäume anfälliger für Insektenbefall und Pilzerkrankungen macht. Besonders der Borkenkäfer gilt als typischer Nutznießer solcher Schwächephasen, da geschwächte Bäume ihm weniger Widerstand entgegensetzen können.

Auch die Brandgefahr in Wäldern steht in engem Zusammenhang mit der Bodenfeuchte. Trockenes Unterholz, abgestorbene Blätter und vertrocknete Nadeln bilden leicht entzündliches Material. In vielen Regionen wird die Waldbrandgefahr deshalb regelmäßig anhand von Wetterdaten wie Niederschlag, Temperatur und Luftfeuchtigkeit eingestuft. Waldbesitzer reagieren auf solche Risikolagen häufig mit vorbeugenden Maßnahmen, etwa durch die Anlage von Brandschneisen oder den Abschluss entsprechender Versicherungen.

Für Wildtiere wiederum ist der Zugang zu Wasser in Trockenperioden von zentraler Bedeutung. Natürliche Wasserstellen wie Bäche, Tümpel oder feuchte Senken versorgen Wildbestände normalerweise zuverlässig mit Flüssigkeit. Trocknen diese Quellen aus, weichen Tiere auf Siedlungsgebiete aus, wo sie unter Umständen auf Pools, Kanäle oder andere künstliche Wasseransammlungen treffen, aus denen sie ohne Hilfe nicht mehr entkommen können. Ruhe und Rücksichtnahme durch Erholungssuchende können in solchen Phasen dazu beitragen, den ohnehin erhöhten Stress für die Tiere nicht zusätzlich zu verstärken.

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