Trockenheit vernichtet bis zu 70 Prozent der frisch gesetzten Christbäume in Österreich

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Rund 50 Christbaum-Produzenten aus Österreich und Deutschland haben sich am Freitag und Samstag in Tirol getroffen. Höhepunkt war ein Treffen am Samstag auf dem Hof von Johannes Astner in Reith im Alpbachtal, zu dem Produzenten aus allen österreichischen Bundesländern sowie aus Deutschland zusammenkamen. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen der Trockenheit auf die aktuellen Christbaumkulturen.

Sorgen wegen vertrockneter und verbrannter Bäume

Josef Reithner, Bundessprecher und Obmann der Christbaumbauern Niederösterreich, berichtete beim Treffen von deutlichen Schäden im Osten Österreichs. Dort habe die Trockenheit bis zu 70 Prozent der frisch gesetzten Bäume vernichtet. Zusätzlich seien größere Bäume von Sonnenbrand betroffen gewesen und dadurch nicht mehr verkaufsfähig.

Auch in Tirol zeigen sich Folgen der Hitze. Jakob Feichtner, Christbaum-Produzent aus Reith im Alpbachtal, sagte, die hohen Temperaturen hätten vor allem die kleinen Bäume in Tirol in Mitleidenschaft gezogen. Ob sich die Hitze auch auf die Nadelhaltbarkeit der Bäume auswirkt, ist nach seinen Angaben derzeit noch nicht geklärt.

Langer Weg bis zum fertigen Christbaum

Bis ein Christbaum verkauft werden kann, vergehen laut den Produzenten rund zehn Jahre Wachstumszeit, bis ein Baum die verbreitete Größe von etwa zwei Metern erreicht. Tirolerinnen und Tiroler kaufen jedes Jahr rund 120.000 bis 130.000 Christbäume. Die Hälfte davon stammt aus heimischer Produktion in Tirol, die andere Hälfte wird aus anderen österreichischen Bundesländern sowie aus Deutschland und Dänemark importiert.

Nach Angaben der Produzenten wählen viele Kundinnen und Kunden ihren künftigen Christbaum bereits im September aus, lange bevor die eigentliche Verkaufssaison im Advent beginnt.

Empfindliche Kulturen über viele Jahre

Christbaumkulturen gelten grundsätzlich als besonders anfällig für Witterungseinflüsse, da die Bäume über einen langen Zeitraum am selben Standort wachsen müssen, bevor sie verkauft werden können. Anders als bei einjährigen landwirtschaftlichen Kulturen wirken sich Trockenperioden oder Hitzewellen nicht nur auf eine einzelne Saison aus, sondern können mehrere Jahrgänge gleichzeitig betreffen. Junge, frisch gesetzte Pflanzen gelten dabei meist als besonders empfindlich, da ihr Wurzelsystem noch nicht ausreichend ausgebildet ist, um Wassermangel über längere Zeit auszugleichen.

Auch größere, bereits mehrjährige Bäume können bei intensiver Sonneneinstrahlung und Trockenheit Schäden davontragen, etwa durch Verbrennungen an Nadeln und Rinde. Solche Schäden mindern häufig die optische Qualität der Bäume, die für den Verkauf als Christbaum eine zentrale Rolle spielt. Üblicherweise prüfen Produzenten ihre Kulturen daher regelmäßig, um betroffene Bäume frühzeitig zu erkennen und den weiteren Pflegeaufwand entsprechend anzupassen.

Der Christbaummarkt in Österreich ist zudem international verflochten. Da ein erheblicher Teil des Bedarfs durch Importe aus Nachbarländern gedeckt wird, können klimatische Bedingungen in unterschiedlichen Regionen gleichzeitig Einfluss auf das Angebot haben. Wetterextreme in einer Anbauregion wirken sich dadurch nicht zwangsläufig unmittelbar auf die Verfügbarkeit in einer anderen Region aus, da unterschiedliche Herkunftsländer und Bundesländer zum Gesamtangebot beitragen.