Trockenster Zeitraum seit 1850: Niederösterreich braucht bis zu 300 Liter Regen pro Quadratmeter

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Die vergangenen zwölf Monate waren laut GeoSphere Austria die trockensten seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Besonders betroffen war der Osten Österreichs. In den vergangenen Tagen ist in Niederösterreich Regen gefallen, die Mengen fielen jedoch regional sehr unterschiedlich aus.

Regenmengen fallen regional sehr unterschiedlich aus

In der Thermenregion und im Wiener Becken wurden rund ein Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Im Tullnerfeld, in der Wachau und in Teilen des Weinviertels fiel nur sehr wenig Regen. Deutlich mehr kam in Teilen des Mostviertels und des Waldviertels zusammen, dort wurden zehn bis 20 Liter pro Quadratmeter registriert. Im Raum Retz im Bezirk Hollabrunn sorgte ein stärkeres Gewitter für rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter.

ORF-Meteorologe Manuel Oberhuber weist darauf hin, dass in Teilen Niederösterreichs so gut wie kein Regen gemessen wurde. Die zuletzt gefallenen Mengen reichen nach seiner Einschätzung bei weitem nicht aus, um die anhaltende Trockenheit zu beenden. Je nach Landesteil bräuchte es rund 200 bis 300 Liter Regen pro Quadratmeter, um die tiefgreifende Trockenheit beim Grundwasser zu lindern und zu beenden. Für die oberflächlichen Bodenschichten würden nach seinen Angaben bereits 50 bis 100 Liter pro Quadratmeter helfen.

Für die kommenden Tage äußert sich Oberhuber optimistisch, was weitere Regenmengen betrifft. Er verweist darauf, dass sich die Wetterströmungen geändert haben. Noch vor zehn Tagen sei ausschließlich Hochdruckwetter in Sicht gewesen.

Grundwasser und Oberboden reagieren unterschiedlich auf Regen

Grundsätzlich unterscheiden sich Grundwasserspiegel und oberflächliche Bodenschichten deutlich in ihrem Reaktionsverhalten auf Niederschlag. Der Oberboden kann bereits nach einzelnen kräftigeren Regenfällen wieder ausreichend Feuchtigkeit aufnehmen, da Wasser hier direkt versickert und Pflanzenwurzeln in den obersten Zentimetern erreicht. Das Grundwasser hingegen wird erst durch Niederschlag gespeist, der tief genug in den Boden eindringt und nicht vorher von Pflanzen aufgenommen oder verdunstet wird.

Bei lang anhaltender Trockenheit reicht ein einzelnes Regenereignis daher meist nicht aus, um die Grundwasserstände nachhaltig zu heben. Üblicherweise sind dafür wiederholte und über einen längeren Zeitraum verteilte Niederschläge notwendig, damit sich der Wassermangel in tieferen Bodenschichten tatsächlich ausgleicht. Kurze, aber intensive Gewitter, wie sie regional auch in Niederösterreich auftraten, führen zwar zu spürbaren Regenmengen an einzelnen Orten, tragen aber wegen des oft raschen Abflusses nur begrenzt zur Grundwasserneubildung bei.

Ungleiche Verteilung durch lokale Gewitter

Die stark unterschiedlichen Regenmengen innerhalb Niederösterreichs erklären sich allgemein durch die Natur sommerlicher Niederschläge. Während großflächige Regengebiete meist gleichmäßigere Mengen über größere Landesteile bringen, sind Gewitter räumlich eng begrenzt. Das führt dazu, dass ein Ort binnen kurzer Zeit erhebliche Regenmengen erhalten kann, während ein benachbarter Landstrich nahezu trocken bleibt. Diese kleinräumige Verteilung ist ein typisches Merkmal konvektiver Wetterlagen, wie sie insbesondere in den Sommermonaten häufig auftreten.