Das Umweltbundesamt hat seine neuen Büros in Wien-Landstraße bezogen. Der Standort in der Drorygasse 1/1 vereint vier bisherige Standorte des Amts, die zuvor auf die Bezirke Alsergrund und Brigittenau verteilt waren. Untergebracht ist die Behörde in einem revitalisierten Gebäude auf dem Gelände eines ehemaligen Gaskraftwerks.
Vier Standorte werden zu einem
Mit dem Bezug der neuen Räumlichkeiten sind die zuvor getrennten Abteilungen des Umweltbundesamts erstmals an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt. Das Gebäude in der Drorygasse entstand durch die Revitalisierung einer bestehenden Struktur auf dem Areal eines früheren Gaskraftwerks. Nach Angaben des Amts wurden dabei rund 60 Prozent der vorhandenen Materialien wiederverwendet. Auch bei der Ausstattung der Büros setzte man auf Nachhaltigkeit: Bei den Möbeln griff man, wo es möglich war, auf Second-Hand-Stücke zurück. Geschäftsführerin des Umweltbundesamts ist Hildegard Aichberger.
Vorgeschichte mit gescheitertem Standort in Klosterneuburg
Dem Bezug des neuen Standorts in Wien ging eine längere Vorgeschichte voraus. Unter der damaligen türkis-blauen Bundesregierung war ursprünglich eine Übersiedlung des Umweltbundesamts nach Klosterneuburg in Niederösterreich geplant. Angekündigt wurde dieses Vorhaben vom damaligen Umweltminister Andrä Rupprechter, von Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sowie von Klosterneuburgs Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Alle drei gehören der ÖVP an.
Gegen die geplante Übersiedlung nach Klosterneuburg regte sich Widerstand aus mehreren Richtungen. Kritik kam von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amts selbst, aber auch von anderen Parteien, der Arbeiterkammer, Umweltorganisationen und der Stadt Wien. Im Frühjahr 2023 zog Klosterneuburg das für das Projekt vorgesehene Grundstück zurück. Im Sommer desselben Jahres bestätigte das Umweltbundesamt, dass im Zuge der weiterhin geplanten Übersiedlung erneut ein neuer Standort im Wiener Stadtgebiet gesucht werde. Mit dem nun erfolgten Bezug der Büros in der Drorygasse ist dieser Prozess abgeschlossen.
Sanierung statt Neubau bei Bürogebäuden
Die Revitalisierung eines Bestandsgebäudes, wie sie beim neuen Standort des Umweltbundesamts umgesetzt wurde, gilt allgemein als eine Möglichkeit, Ressourcen im Bauwesen zu schonen. Bei solchen Vorhaben wird ein bestehendes Gebäude nicht abgerissen, sondern instand gesetzt, technisch modernisiert und für eine neue Nutzung umgebaut. Dabei bleiben Teile der ursprünglichen Bausubstanz erhalten, was den Bedarf an neuen Baumaterialien reduzieren kann. Flächen ehemaliger Industrie- oder Energiestandorte, etwa stillgelegter Kraftwerksareale, werden bei solchen Projekten in Städten zunehmend für Büro- oder Verwaltungsnutzungen umgewidmet.
Auch die Wiederverwendung von Büromöbeln aus zweiter Hand ist bei Umzügen öffentlicher wie privater Einrichtungen ein gängiger Ansatz, um den Ressourcenverbrauch bei der Neueinrichtung von Standorten zu senken. Grundsätzlich lassen sich dadurch sowohl Kosten als auch der Bedarf an neu produzierten Möbeln verringern.
Standortentscheidungen für Bundesbehörden
Entscheidungen über die Ansiedlung von Bundesbehörden berühren üblicherweise mehrere Interessen gleichzeitig. Neben praktischen Aspekten wie Erreichbarkeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Bürgerinnen und Bürger spielen bei solchen Vorhaben auch regionalpolitische Überlegungen eine Rolle, etwa wenn Gemeinden oder Bundesländer sich um die Ansiedlung einer Behörde bemühen. Kommt es dabei zu Plänen, die von den Beschäftigten oder anderen Interessengruppen kritisch gesehen werden, können solche Vorhaben, wie im Fall der ursprünglich geplanten Übersiedlung nach Klosterneuburg, im Laufe eines mehrjährigen Prozesses wieder verändert oder aufgegeben werden.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








