Die Vorarlberger Bergrettung ist für ihren Einsatz bei der Karrenseilbahn mit dem dritten Platz in der Kategorie „Rettungsaktion des Jahres“ beim KSÖ-Sicherheitspreis ausgezeichnet worden. Klaus Drexel und weitere Mitglieder der Organisation nahmen die Auszeichnung entgegen. Grundlage war ein Einsatz vom 23. Juni 2025, bei dem die Bergretter 19 Fahrgäste und einen Hund aus einer Gondel der Karrenseilbahn befreiten. Insgesamt gingen bei der Verleihung zwei Auszeichnungen nach Vorarlberg.
Stundenlanger Einsatz nach Unwetter an der Karrenseilbahn
Während eines Unwetters waren beide Seile der Karrenseilbahn aus ihrer Führung gedrückt worden. In der Folge blieben die beiden Gondeln der Bahn stehen. Eine Rettungsgondel konnte zunächst nicht zu den Fahrgästen vorfahren. Erschwerend kam hinzu, dass ein umgeblasener Baum über dem Zugangsweg lag. Erst nach sieben Stunden gelang es den Einsatzkräften, alle 19 Fahrgäste und den mitgeführten Hund aus den Gondeln zu retten.
Rene Gemeiner von der Vorarlberger Bergrettung war einer der ersten Einsatzkräfte, die nach dem Unglück auf den Berg geflogen wurden. Bei der Preisverleihung am Freitag in der Steiermark war er persönlich vor Ort, als die Auszeichnung übergeben wurde.
Zweite Auszeichnung für Vorarlberger Polizeiprojekt
Neben der Bergrettung wurde auch Philipp Stadler von der Landespolizeidirektion Vorarlberg beim KSÖ-Sicherheitspreis geehrt. Er belegte in der Kategorie „Außergewöhnliche Leistungen“ den zweiten Platz. Ausgezeichnet wurde sein Projekt „Superrecognizer“. Im Rahmen dieses Pilotprojekts sind seit einem Jahr elf Personen im Einsatz, die über eine außergewöhnlich hohe Begabung verfügen, Gesichter zu erkennen und wiederzuerkennen. Diese sogenannten Superrecognizer werden bei der Bildfahndung, der Zielfahndung, bei Observationen sowie bei Großveranstaltungen eingesetzt.
Freiwillige Rettungsarbeit unter schwierigen Bedingungen
Einsätze der Bergrettung bei blockierten Seilbahnen gehören zu den anspruchsvollsten Aufgaben im alpinen Rettungswesen. Grundsätzlich erfordert eine Evakuierung aus stehengebliebenen Gondeln spezielle Ausrüstung, etwa für das Abseilen von Fahrgästen aus großer Höhe, sowie eine enge Abstimmung zwischen Bergrettung, Feuerwehr und Betreiber der Anlage. Witterungseinflüsse wie Unwetter, Wind oder eingeschränkte Zufahrtswege können solche Einsätze zusätzlich erschweren und die Dauer einer Rettungsaktion erheblich verlängern. Die Vorarlberger Bergrettung setzt sich, wie die Bergrettungsorganisationen in den anderen Bundesländern, überwiegend aus ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen, die neben ihrer regulären Berufstätigkeit für Einsätze bereitstehen.
Der KSÖ-Sicherheitspreis wird vom Kuratorium Sicheres Österreich vergeben und würdigt jährlich Projekte und Einsätze aus dem Bereich der zivilen und institutionellen Sicherheit. Die Kategorie „Rettungsaktion des Jahres“ zeichnet dabei konkrete Einsätze von Rettungsorganisationen aus, während die Kategorie „Außergewöhnliche Leistungen“ innovative Projekte und Initiativen von Sicherheitsbehörden würdigt. Mit den beiden Platzierungen für die Vorarlberger Bergrettung und die Landespolizeidirektion Vorarlberg wurden heuer gleich zwei Einreichungen aus dem Bundesland prämiert.
Hinweis zur Faktenprüfung
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