Claudia Sporer-Heis tritt Ende August 2026 in den Ruhestand. Die Historikerin und Sammlungsleiterin war fast 20 Jahre lang Leiterin des Museums im Zeughaus in Innsbruck, einem Standort der Tiroler Landesmuseen. Ihre Nachfolge als Museumschefin tritt Lisa Noggler-Gürtler an, die zuvor das Museum der Völker in Schwaz geleitet hat.
Fast vier Jahrzehnte am Museum im Zeughaus
Claudia Sporer-Heis studierte Geschichte und Klassische Philologie. Bereits 1988 begann sie als Mitarbeiterin im Museum im Zeughaus und war dem Haus damit über viele Jahrzehnte verbunden, bevor sie 2009 die Leitung von Meinrad Pizzinini übernahm. In ihrer Zeit als Mitarbeiterin wirkte sie an der Landesausstellung in Reutte zum Projekt „Künstler, Händler, Handwerker. Tiroler Schwaben in Europa“ mit.
2004 holte sie die Ausstellung „Vom Korsett zum Tango“ ins Museum im Zeughaus, die in Kooperation mit dem Frauenmuseum Meran entstand. Nach ihrem Wechsel an die Spitze des Hauses im Jahr 2009 fiel in ihre Amtszeit auch das 200. Jubiläum des Tiroler „Freiheitskampfes“ von 1809. Mit der Ausstellung „Hofer wanted“ bot sie dazu kritische Zugänge zum Thema Andreas Hofer. 2024 wurde zudem die Dauerausstellung im Museum im Zeughaus unter ihrer Leitung neugestaltet.
Claudia Sporer-Heis brachte mit 21 Jahren eine Tochter zur Welt.
Ein Museum aus der Zeit Maximilians I.
Das Museum im Zeughaus ist im historischen Zeughaus untergebracht, das um das Jahr 1500 in der Zeit von Kaiser Maximilian I. entstand. Als Standort der Tiroler Landesmuseen dokumentiert es Geschichte, die eng mit der militärischen und politischen Rolle Tirols verknüpft ist. Museen dieser Art übernehmen üblicherweise mehrere Aufgaben zugleich: Sie bewahren historische Sammlungen, entwickeln Dauer- und Sonderausstellungen und ordnen regionale Geschichte in größere europäische Zusammenhänge ein.
Die Leitung eines solchen Hauses umfasst grundsätzlich neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Sammlungsbeständen auch die konzeptionelle Ausrichtung von Ausstellungen sowie die Vermittlung historischer Themen an ein breites Publikum. Landesausstellungen und Jubiläen, wie sie sich in der Geschichte des Museums im Zeughaus wiederfinden, bieten dabei häufig Anlass, historische Ereignisse neu zu beleuchten und auch kritisch zu hinterfragen, wie es bei der Auseinandersetzung mit der Figur Andreas Hofer der Fall war.
Der Wechsel an der Spitze eines Landesmuseums bedeutet in der Regel auch eine Phase der inhaltlichen Neuausrichtung, da neue Leitungen eigene Schwerpunkte in Forschung und Ausstellungsgestaltung setzen. Mit Lisa Noggler-Gürtler übernimmt eine Person die Leitung, die bereits Erfahrung in der Führung eines regionalen Museums gesammelt hat.
Hinweis zur Faktenprüfung
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