Wien macht Awareness-Konzepte bei Großveranstaltungen ab 300 Personen zur Pflicht

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Wien schreibt Awareness-Konzepte bei Großveranstaltungen vor

Seit 1. Juli 2026 sind Awareness-Konzepte bei Veranstaltungen in Wien verpflichtend. Die Regelung gilt für Events ab 300 Personen. Ziel ist es, Diskriminierung, Belästigung, Bedrohung und respektloses Verhalten einzudämmen.

Ein ausverkauftes Konzert der Sängerin Nina Chuba, bekannt durch den Song „Wildberry Lillet“, ist die erste große Veranstaltung in der Wiener Stadthalle nach Inkrafttreten der neuen Bestimmung. Das Konzert findet an diesem Donnerstag statt.

Zwölf Beauftragte pro Veranstaltung

Die Wiener Stadthalle, die als größte Indoor-Event-Location in Österreich gilt, setzt ab sofort bei jedem Konzert mindestens zwölf Awareness-Beauftragte ein. Diese können telefonisch kontaktiert oder an ausgewiesenen Punkten aufgesucht werden. Auf Toiletten weisen Aushänge auf die Ansprechpersonen hin. Die Beauftragten sind auch bei Panikattacken oder bei Bedarf an Pflastern und Gehörschutz erreichbar.

Awareness-Projektleiterin Lea Bundt beschreibt Awareness als „Aufmerksamkeit und Achtsamkeit für die Grenzen anderer, aber auch der eigenen“. Die Beauftragten wurden in drei Modulen geschult. Eine externe Expertin vermittelte dabei, wie man mit betroffenen Personen richtig spricht, und konkrete Situationen wurden in den Schulungen durchgespielt.

Verantwortung liegt beim Veranstalter

Grundsätzlich sind die jeweiligen Konzertveranstalter für die Umsetzung der Awareness-Konzepte zuständig. Die Stadthalle stellt ihr Konzept als zusätzlichen Service zur Verfügung. Für das Nina-Chuba-Konzert ist Cute Concerts verantwortlich: Der Veranstalter übernimmt die Awareness-Betreuung vor der Halle, die Stadthalle jene im Inneren.

Hintergrund der Regelung ist unter anderem eine Umfrage der Vienna Club Commission aus dem Jahr 2023. Dabei gaben 65 Prozent der Befragten an, im Nachtleben mindestens einmal persönlich eine Diskriminierung, Belästigung oder einen Übergriff erlebt zu haben. In der Folge wurden in Wien Workshops zu sicheren Feiern und zur Sensibilisierung umgesetzt. Für die Wiener Veranstaltungsbehörde ist Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) zuständig.