Wien-Stammersdorf bekommt neues Familienbad für 5,8 Millionen Euro

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Wien-Stammersdorf soll ein neues Kinder- und Familienbad entstehen. Geplant ist der Bau auf einer 3.500 Quadratmeter großen Freifläche in der Edi-Finger-Straße 8, einer Sackgasse im Bezirk Floridsdorf. Die Kosten für das Projekt werden mit 5,8 Millionen Euro beziffert, finanziert vollständig aus Bezirksmitteln. Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, die Eröffnung soll im Sommer 2029 folgen.

Anrainer-Sprechstunde am künftigen Baugrund

SPÖ-Bezirksvorsteher Georg Papai lud am Montag zu einer sogenannten Bademantel-Sprechstunde direkt am künftigen Baugrund. Die Veranstaltung begann um 16 Uhr. Gemeinsam mit Papai trat der neue Bäder-Chef Rainer Hauswirth von den Wiener Bädern (MA 44) auf, die das künftige Bad betreiben werden. Anrainer hatten im Vorfeld Bedenken wegen möglicher Lärmbelästigung, zusätzlichem Verkehr und Einschränkungen der Privatsphäre geäußert.

Das Grundstück befindet sich bereits seit 20 Jahren im Eigentum der Stadt Wien und ist als Baugrund gewidmet. Ein Ankauf ist demnach nicht erforderlich. Ursprünglich war die Fläche für einen Kindergartenersatz vorgesehen. Dieser wird nun stattdessen am alten Standort neu errichtet und vergrößert, wodurch die Fläche für das Familienbad frei wurde.

Ausstattung und geplante Nutzung

Für das neue Bad sind ein Nichtschwimmerbecken, ein Lehrschwimmbecken, ein Wasserspielgarten sowie ein Kinderspielplatz vorgesehen. Es soll das bestehende Familienbad in der Luckenschwemmgasse ersetzen, das als veraltet gilt. Bis zur Fertigstellung des Neubaus bleibt das alte Bad in Betrieb. Anschließend soll dessen Fläche einem benachbarten Kindergarten zugutekommen.

Die verkehrliche Anbindung des neuen Standorts erfolgt über die Buslinie 30A. Die Grünen sprachen sich dafür aus, zur Eröffnung des Bads eine Intervallverdichtung dieser Buslinie vorzusehen.

Kritik von ÖVP und FPÖ

ÖVP und FPÖ üben Kritik an dem Vorhaben. Beide Parteien bemängeln die Kosten des Projekts sowie die Erreichbarkeit des künftigen Standorts. Floridsdorf verfügt nach eigenen Angaben über Rücklagen von 25 Millionen Euro, aus denen das Bauvorhaben finanziert werden soll.

Regeln für den Badebetrieb

Familienbäder in Wien haben üblicherweise von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet. Für den Zutritt gelten grundsätzlich altersabhängige Regelungen: Kinder bis zum 8. Lebensjahr benötigen eine Begleitperson, ebenso Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre unter bestimmten Voraussetzungen. Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen ein Familienbad nur gemeinsam mit einer erwachsenen Person und einem Kind unter 15 Jahren betreten. Diese Zutrittsregelungen sind bei Wiener Familienbädern allgemein üblich und dienen dem Schutz jüngerer Badegäste.

Planung und Umsetzung städtischer Bäderprojekte

Bei Neubauten öffentlicher Bäder in Wien handelt es sich in der Regel um mehrjährige Vorhaben, die neben der reinen Bauphase auch Widmungsfragen, Anrainerbeteiligung und die Abstimmung mit dem laufenden Betrieb bestehender Einrichtungen umfassen. Die Wiener Bäder (MA 44) sind für die Errichtung und den Betrieb der städtischen Bäder zuständig und begleiten entsprechende Projekte üblicherweise von der Planung bis zur Eröffnung. Bei vergleichbaren Vorhaben werden bestehende Einrichtungen häufig erst nach Fertigstellung eines Neubaus geschlossen, um die Versorgung während der Bauphase sicherzustellen. Auch die Umwidmung freiwerdender Flächen für andere kommunale Zwecke, etwa für Kindergärten, ist bei städtischen Bauprojekten ein gängiges Vorgehen, um vorhandene Grundstücke effizient zu nutzen.