Zahl obdach- und wohnungsloser Menschen in Wien im Jahr 2024 leicht gestiegen
Die Zahl der registrierten obdach- und wohnungslosen Menschen ist in Wien von 2023 auf 2024 um rund ein Prozent gestiegen. Österreichweit lag der Anstieg im selben Zeitraum bei 2,4 Prozent, wie aus Daten der Statistik Austria hervorgeht.
Knapp sieben von zehn registrierten obdach- und wohnungslosen Menschen waren 2024 Männer. Die Armutskonferenz bezifferte die Armutsquote in Wien für das Jahr 2025 mit 29 Prozent.
Einschätzungen von Fachleuten
Markus Hollendohner, Leiter der Strategie Obdach- und Wohnungslosenhilfe im Fonds Soziales Wien, sagt, die Situation sei teilweise sichtbarer geworden. Christoph Reinprecht, Professor für Soziologie an der Universität Wien, spricht von einer zunehmenden Mobilität in der Wohnungslosigkeit: Betroffene kämen aus unterschiedlichen Regionen Österreichs sowie aus Nachbarländern nach Wien. Reinprecht verweist zudem auf eine allgemeine Verunsicherung, die seiner Einschätzung nach zu wachsender Feindseligkeit gegenüber obdachlosen Menschen beitrage.
Caritasdirektor Alexander Bodmann nennt mehrere Gründe dafür, warum Obdachlosigkeit gerade in den Sommermonaten stärker wahrgenommen werde. Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von Neunerhaus, beobachtet einen langfristigen Anstieg der Obdachlosigkeit, den sie auch für die kommenden Jahre erwartet.
2023 tödliche Angriffe auf obdachlose Menschen
Im Jahr 2023 kam es zu tödlichen Angriffen auf obdachlose Menschen.
Angebote in den Sommermonaten
Außerhalb der Wintermonate steht ein geringeres Angebot an Notquartiersplätzen zur Verfügung. Die Caritas stellt in dieser Zeit sogenannte Hitzepakete bereit, bestehend aus Isomatte, Sommerschlafsack, Sonnencreme, Trinkwasser und einer Kopfbedeckung. Von Anfang Juli bis September bietet die Caritas zudem in Pfarren sogenannte Klimaoasen an.
Das Gruft-Telefon der Caritas ist unter der Nummer 01 587 87 54 erreichbar.








