Die Wiener Eisstadthalle ist seit Monaten geschlossen. Grund ist die rund 70 Jahre alte Ammoniak-Kühlanlage der Halle. Derzeit wird geprüft, ob die Anlage noch einmal in Betrieb genommen werden kann. Für den Erhalt der Halle hat Martin Haindl eine Petition gestartet, die mittlerweile von mehr als 2.000 Menschen unterstützt wird. Auch der Österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) steht hinter der Initiative.
Zustand der Kühlanlage sorgt für lange Schließung
Ursprünglich sollte die Eisstadthalle nur rund einen Monat lang schließen, im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest. Eine Überprüfung der Ammoniakanlage ergab jedoch, dass diese nach 70 Jahren Betrieb komplett überarbeitet oder zumindest umfassend geprüft werden muss. Bevor eine solche Prüfung stattfinden kann, muss das in der Anlage enthaltene Ammoniak fachgerecht entsorgt werden. Diese Entsorgung soll bis Ende August abgeschlossen sein. Erst danach können die einzelnen Komponenten der Kühlanlage begutachtet werden. Wann die Halle wieder öffnet, ist derzeit noch nicht absehbar.
Bis zu einer möglichen Wiedereröffnung weicht das Publikumslaufen auf den Eisring Süd aus. Dort laufen im Sommer jeden Dienstag bis zu 170 Menschen Eis. Nach Angaben von Hallenbetreiber Hans Gunsam nutzten die Eisstadthalle jährlich rund 100.000 Menschen, darunter etwa 27.000 Kindergarten- und Schulkinder.
Ammoniak als klassisches Kältemittel in älteren Eishallen
Ammoniak zählt zu den ältesten industriell genutzten Kältemitteln und kam vor allem in Eishallen und Kühlhäusern früherer Baujahre häufig zum Einsatz. Es zeichnet sich durch eine hohe Kühlleistung aus, gilt zugleich aber als gesundheitsschädlich und in bestimmten Konzentrationen als brennbar. Deshalb unterliegt der Umgang mit Ammoniak in technischen Anlagen strengen Sicherheitsvorschriften. Bei älteren Anlagen, die seit Jahrzehnten in Betrieb sind, ist eine regelmäßige technische Kontrolle üblich, um Materialermüdung, Korrosion oder undichte Stellen frühzeitig zu erkennen.
Grundsätzlich gilt: Je älter eine Kühlanlage ist, desto aufwendiger gestaltet sich häufig ihre Instandsetzung, da einzelne Bauteile möglicherweise nicht mehr in ursprünglicher Form verfügbar sind oder ausgetauscht werden müssen. Vor einer umfassenden technischen Prüfung ist bei ammoniakbasierten Systemen zunächst die vollständige und fachgerechte Entfernung des Kältemittels notwendig, da Arbeiten an drucktragenden Teilen der Anlage nur in einem sicheren, ammoniakfreien Zustand erfolgen können. Diese Entsorgung nimmt in der Praxis oft einen erheblichen Teil der gesamten Ausfallzeit einer betroffenen Anlage ein.
Eishallen als Teil städtischer Sport- und Freizeitinfrastruktur
Städtische Eishallen erfüllen üblicherweise mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie dienen dem Vereinssport, dem Schul- und Kindergartenbetrieb sowie dem öffentlichen Publikumslaufen. Fällt eine solche Halle über einen längeren Zeitraum aus, müssen Nutzergruppen häufig auf andere Standorte im jeweiligen Stadtgebiet ausweichen, was zusätzliche Wege und geänderte Nutzungszeiten mit sich bringen kann. Angesichts der langen Nutzungsdauer vieler bestehender Eissportanlagen stellt sich bei technischen Ausfällen regelmäßig die Frage, ob eine Sanierung der bestehenden Infrastruktur wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob langfristig ein Neubau in Betracht gezogen wird. Diese Abwägung hängt in der Regel vom konkreten technischen Zustand der Anlage sowie von den zu erwartenden Kosten ab, die sich oft erst nach einer eingehenden Begutachtung verlässlich einschätzen lassen.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







