Fast jeder zweite Wiener Bahn-Fahrgast hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr Zugausfälle und Störungen erlebt als in der Zeit davor. Das ist ein Ergebnis des VCÖ-Bahntests, für den der Verkehrsclub Österreich 11.257 Fahrgäste in Zügen von neun Bahnunternehmen befragt hat. Auch beim Preis-Leistungsverhältnis und bei der Abstimmung zwischen Bus und Bahn sehen viele Wiener Fahrgäste Verschlechterungen.
Unzufriedenheit bei Pünktlichkeit und Anschlussverbindungen
Laut der Befragung gaben 49 Prozent der Wiener Fahrgäste an, mehr Zugausfälle und Störungen bemerkt zu haben als zuvor. 40 Prozent sahen eine schlechtere Abstimmung zwischen Bus und Bahn, und 44 Prozent bewerteten das Preis-Leistungsverhältnis schlechter als in der Vergangenheit. Jeder dritte Wiener Fahrgast zeigte sich zudem mit der Pünktlichkeit unzufrieden.
Besonders häufig genannt wurde das Problem verpasster Anschlussverbindungen: Fast jeder zweite Wiener Fahrgast gab an, mehrmals im Jahr eine Anschlussverbindung verpasst zu haben.
Positive Bewertungen für Zugpersonal und Serviceangebote
Nicht alle Ergebnisse des Bahntests fielen negativ aus. Verbesserungen erlebten Wiener Fahrgäste vor allem bei der Information und beim Service sowie bei den Buchungs- und Reservierungsmöglichkeiten. Auch das Zugpersonal schnitt gut ab: 98 Prozent der Befragten erlebten es als hilfsbereit und freundlich, und 82 Prozent sahen Verbesserungen bei dessen Anwesenheit in den Zügen.
Bei den Urlaubsreisen mit der Bahn zeigte sich ein deutliches Bild: 48 Prozent der Wiener Fahrgäste reisten in den vergangenen zwölf Monaten mit einem Tagzug in den Urlaub, 21 Prozent nutzten dafür einen Nachtzug. VCÖ-Experte Michael Schwendinger erklärte dazu, dass Wien beim Anteil der Urlaubsreisen mit der Bahn im Vergleich der Bundesländer den mit Abstand höchsten Wert aufweist.
Anschlussmobilität als wiederkehrende Herausforderung
Die Abstimmung zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln gilt in der Verkehrsplanung grundsätzlich als komplexe Aufgabe. Fahrpläne von Zügen, Bussen und städtischen Nahverkehrslinien müssen dabei so aufeinander abgestimmt werden, dass Umstiegszeiten weder zu knapp noch unnötig lang ausfallen. Verspätungen einzelner Verkehrsmittel können sich in solchen Systemen auf nachfolgende Verbindungen auswirken, da Anschlüsse häufig auf einen engen Zeitrahmen ausgelegt sind.
Bei grenzüberschreitenden oder länderübergreifenden Bahnverbindungen kommt hinzu, dass mehrere Bahnunternehmen mit unterschiedlichen Betriebsabläufen und Infrastrukturbetreibern zusammenwirken. Störungen im Netz eines Betreibers können sich dadurch auch auf Verbindungen anderer Anbieter auswirken. Für Fahrgäste ist ein verlässlicher Taktverkehr mit gut funktionierenden Anschlüssen üblicherweise ein zentrales Kriterium für die Zufriedenheit mit dem öffentlichen Verkehr.
Auch das Preis-Leistungsverhältnis im Bahnverkehr hängt von mehreren Faktoren ab, etwa von Ticketpreisen, Rabattmodellen, der Angebotsdichte sowie der tatsächlich erlebten Servicequalität. Wahrnehmungen zur Preisentwicklung können sich dabei von objektiven Tarifänderungen unterscheiden, da sie auch von persönlichen Reisegewohnheiten und Erwartungen beeinflusst werden.
Nachtzüge haben sich in den vergangenen Jahren in mehreren europäischen Ländern wieder zu einem stärker genutzten Reiseangebot entwickelt, insbesondere für längere Urlaubsreisen. Tagzüge bleiben dabei meist die Basis für kürzere und mittlere Distanzen, während Nachtzüge vor allem bei längeren Strecken eine Alternative zu anderen Verkehrsmitteln darstellen können.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.





