Der Wiener Gastronom Herbert Hausmair ist überraschend verstorben. Seine Hausmair’s Gaststätte in der Lerchenfelder Straße 73 in Wien-Neubau bleibt dauerhaft geschlossen. Ein Aushang verkündete am Montag das endgültige Aus des Lokals. Hausmair hatte erst vor zwei Monaten seinen 60. Geburtstag gefeiert.
Plötzliches Ende einer Wiener Institution
Hausmair übernahm vor mehr als 20 Jahren das damals bereits legendäre Lokal „Wegenstein“ und führte es fortan unter seinem eigenen Namen weiter. Ursprünglich stammte der Gastronom aus Oberösterreich. In den 2000er-Jahren eröffnete er sein eigenes Lokal in Wien-Neubau, das sich in der Folge zu einem festen Bestandteil des Grätzels entwickelte.
Im Jahr 2024 geriet die Gaststätte in finanzielle Schwierigkeiten und schlitterte in die Insolvenz. Auslöser dafür waren finanzielle Forderungen eines ehemaligen Mitarbeiters. Zuletzt hatte Hausmair zudem mit einer Verletzung am Bein zu kämpfen, die ihm die Freude an der Jagd nahm, einem seiner privaten Rückzugsorte.
Diakon Georg Pawlik von der Pfarre Altlerchenfeld beschreibt Hausmair als einen der sozialsten Menschen, die er gekannt habe. Über viele Jahre hinweg versorgte der Gastronom alle zwei Wochen zwischen 60 und 70 Bedürftige bei der Caritas-Jause mit selbst gekochten Suppen. Diese regelmäßige Unterstützung machte ihn über die Grenzen seines Lokals hinaus bekannt.
Insolvenzen in der Gastronomie und ihre Auslöser
Grundsätzlich können Insolvenzverfahren in der Gastronomie durch ganz unterschiedliche Umstände ausgelöst werden. Neben allgemein steigenden Kosten für Personal, Energie und Wareneinsatz spielen in der Praxis auch einzelne offene Forderungen eine Rolle, etwa aus arbeitsrechtlichen Streitigkeiten. Ein Insolvenzverfahren bedeutet dabei nicht zwangsläufig das sofortige Ende eines Betriebs. Häufig wird zunächst versucht, mit Gläubigern eine Einigung zu erzielen oder den Betrieb im Rahmen eines Sanierungsplans fortzuführen. Ob und wie lange ein Lokal nach einer Insolvenz weitergeführt werden kann, hängt maßgeblich von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Betriebs sowie von den getroffenen Vereinbarungen ab.
Traditionslokale wie das ehemalige „Wegenstein“ prägen oft über Jahrzehnte hinweg das Bild eines Stadtviertels. Ein Wechsel in der Führung, wie ihn Hausmair vor mehr als 20 Jahren vollzog, bedeutet in solchen Fällen häufig auch eine Weiterführung bestehender Strukturen unter neuem Namen und neuer Handschrift. Für viele Wiener Grätzel-Gaststätten ist diese Kontinuität über Generationen von Betreibern hinweg ein prägendes Merkmal.
Soziales Engagement in der Gastronomiebranche
Über die klassische Rolle als Wirtsleute hinaus engagieren sich manche Gastronomen zusätzlich im sozialen Bereich, etwa durch Kooperationen mit karitativen Einrichtungen. Solche Formen der Unterstützung erfolgen meist ehrenamtlich und über lange Zeiträume hinweg, oft ohne größere öffentliche Aufmerksamkeit. Einrichtungen wie die Caritas sind bei ihrer Arbeit mit Bedürftigen regelmäßig auf derartige freiwillige Beiträge aus der lokalen Gemeinschaft angewiesen, um ihr Angebot aufrechtzuerhalten.







