Das Wiener Kultlokal Tunnel in der Josefstadt bleibt vorerst doch unter der bisherigen Führung. Eine für den 1. September geplante Wiedereröffnung unter neuen Betreibern ist gescheitert. Die designierten neuen Betreiber sind in letzter Minute von der Übernahme zurückgetreten. Hans Litsauer, der das Lokal in der Florianigasse 39 seit 2015 gemeinsam mit seinem Sohn führt, wird es nun am Freitag, den 4. September, selbst wieder aufsperren.
Übernahme scheiterte kurz vor der Eröffnung
Das Tunnel hatte am 24. Juli geschlossen, um den Betrieb an neue Betreiber zu übergeben. Bereits im Juni 2026 war bekannt geworden, dass Hans Litsauer nach langer Suche einen Nachfolger für das Lokal gefunden hatte. Die Übernahme war für August vorgesehen, die Wiedereröffnung unter neuer Führung für den 1. September. Kurz vor diesem Termin sprangen die vorgesehenen neuen Betreiber jedoch ab, wodurch die geplante Übergabe scheiterte.
Litsauer, der 70 Jahre alt und seit fünf Jahren in Pension ist, springt nun selbst wieder ein. Am 4. September wird das Tunnel unter seiner bisherigen Leitung erneut öffnen. Über die Gründe, warum die neuen Betreiber zurückgetreten sind, liegen keine Angaben vor.
Ein Fixpunkt der Josefstadt seit 1982
Das Tunnel besteht seit 1982 und zählt zu den etablierten Adressen im Wiener Bezirk Josefstadt. Das Lokal bietet Platz für mehr als 400 Personen und hat sich über die Jahrzehnte als Veranstaltungsort mit entsprechend großer Kapazität positioniert. Seit 2015 wird der Betrieb von Hans Litsauer zusammen mit seinem Sohn geführt.
Betreiberwechsel bei Gastronomiebetrieben
Bei der Übergabe traditionsreicher Lokale an neue Betreiber treten in der Gastronomiebranche grundsätzlich verschiedene Herausforderungen auf. Neben rechtlichen und finanziellen Fragen rund um Pachtverträge, Konzessionen und Übernahmekonditionen spielt häufig auch die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Standorts eine Rolle. Gerade bei größeren Lokalitäten mit hoher Kapazität, wie sie beim Tunnel mit über 400 Sitzplätzen gegeben ist, sind laufende Kosten und Auslastung zentrale Faktoren für Investitionsentscheidungen.
Üblicherweise ziehen sich solche Übergabeprozesse über mehrere Monate hin, da neue Betreiber neben organisatorischen auch konzeptionelle Entscheidungen treffen müssen, etwa zur künftigen Ausrichtung des Betriebs. In der Praxis kommt es dabei nicht selten vor, dass vorbereitete Übernahmen kurz vor der Umsetzung noch scheitern, wenn sich einzelne Rahmenbedingungen als nicht tragfähig erweisen. Für die bisherigen Betreiber bedeutet ein solches Scheitern häufig, dass sie kurzfristig wieder selbst tätig werden müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und Planungssicherheit für Personal und Gäste zu schaffen.
Hinweis zur Faktenprüfung
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