Der Gemeinderat Wattens hat am Dienstag die Übernahme einer Haftung für den Aus- und Umbau des Fußballstadions der WSG Tirol abgelehnt. Die WSG Tirol reagierte darauf am Freitag mit einer Pressekonferenz. Sportdirektor Stefan Köck zeigte sich schwer enttäuscht über die Entscheidung, betonte aber, dass der Stadionumbau definitiv weitergebaut werde. Die nötige Haftung solle nun anderweitig organisiert werden.
Ablehnung im Gemeinderat und Reaktionen der Beteiligten
Für eine Haftungsübernahme durch die Gemeinde hatten sich ÖVP, FPÖ, SPÖ und MFG ausgesprochen. Trotz dieser Unterstützung aus vier Parteien wurde die Übernahme im Gemeinderat abgelehnt. Die vier genannten Oppositionsparteien gaben am Freitag ein gemeinsames Statement ab, in dem sie von einer unklaren Informationslage im Vorfeld der Entscheidung sprachen.
Bürgermeister Lukas Schmied erklärte im Zusammenhang mit der Debatte, dass Grenzen überschritten worden seien. Er kündigte an, das Thema in einem persönlichen Gespräch klären zu wollen. Sportdirektor Köck äußerte sich gegenüber dem ORF Tirol kritisch und erklärte, man sehe die WSG nicht als großen Arbeitgeber, der der Gemeinde Wertschöpfung bringe.
Die Oppositionsparteien führten in ihrer Argumentation für eine Haftungsübernahme unter anderem finanzielle Aspekte an. Sie verwiesen auf mögliche zusätzliche Einnahmen von 80.000 Euro pro Jahr durch neue Parkplätze am Stadiongelände. Zudem betonten sie, dass das modernisierte Stadion in Gemeindeeigentum übergehen würde. Das Grundstück, auf dem das Stadion steht, ist von der WSG derzeit lediglich gepachtet.
Modernisierung für die Bundesligatauglichkeit
Die WSG Tirol lässt das Wattener Stadion derzeit umbauen, um es bundesligatauglich zu machen. Die Kosten für diesen Aus- und Umbau sollen mehr als sechs Millionen Euro betragen. Der Verein weicht schon seit mehreren Jahren ins Innsbrucker Tivoli-Stadion aus, da die Wattener Spielstätte den Anforderungen bislang nicht entspricht.
Der durchschnittliche Zuschauerzuspruch der WSG lag in der Saison 2025/26 bei 1.975 Personen pro Spiel. Das ist der schwächste Zuschauerschnitt der Liga. Diese Zahl war Teil der öffentlichen Diskussion rund um die Bedeutung und Auslastung eines möglichen neuen Stadions in Wattens.
Kommunale Haftungen für Sportinfrastruktur
Bei Bauprojekten von Fußballvereinen im professionellen Bereich sind Investitionen in zweistelliger oder hoher einstelliger Millionenhöhe keine Seltenheit, wenn Stadien an die Auflagen höherer Spielklassen angepasst werden müssen. Da viele Vereine solche Summen nicht allein aus eigenen Mitteln stemmen können, wird in solchen Fällen häufig auf Bankkredite zurückgegriffen, für die zusätzliche Sicherheiten erforderlich sind.
Kommunen können in diesem Zusammenhang als Haftungsträger auftreten, wodurch sich für die kreditgebende Bank das Ausfallrisiko verringert und für den Verein in der Regel günstigere Finanzierungskonditionen ermöglicht werden. Eine solche Haftungsübernahme bedeutet nicht automatisch eine direkte Geldzahlung der Gemeinde, sondern eine vertragliche Verpflichtung für den Fall, dass der ursprüngliche Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.
Gemeinderäte müssen bei derartigen Entscheidungen üblicherweise verschiedene Interessen abwägen: das wirtschaftliche Risiko für den Gemeindehaushalt, den möglichen Nutzen einer verbesserten Sportinfrastruktur für die Bevölkerung sowie wirtschaftliche und regionale Effekte, etwa durch Beschäftigung oder Tourismus. Auch Eigentumsfragen an Grundstücken und Gebäuden spielen bei solchen Projekten häufig eine Rolle, insbesondere wenn eine Sportanlage nach Fertigstellung ganz oder teilweise in kommunales Eigentum übergehen soll.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







