Crossing Europe 2026: 133 Filme, Fokus auf 80er-Jahre und eine Bühne für junge Talente in Linz
Dieses Thema Freunden empfehlen

Crossing Europe 2026 in Linz zeigt 133 Filme und rückt 1980er-Jahre in den Fokus

Das Crossing Europe Film Festival findet 2026 von 28. April bis 3. Mai in Linz statt. Insgesamt stehen 133 Filme auf dem Programm.

Viele eingereichte Arbeiten junger Filmschaffender befassen sich mit Familiengeschichten. Das Tribute des Festivals ist dem europäischen Kino der 1980er-Jahre gewidmet.

Eröffnung und Spätschiene

Zu den Eröffnungsfilmen zählt Chantal Akermans Musicalkomödie „Golden Eighties“ aus dem Jahr 1986. Ebenfalls zur Eröffnung gezeigt wird der niederländisch-deutsche Spielfilm „Donkey Days“ von Rosana Pol, der von einer dysfunktionalen Familie handelt.

Mit der Dokumentation „Dom“ von Massimiliano Battistella begleitet ein weiterer Eröffnungsfilm eine junge Frau zurück in jenes bosnische Waisenhaus, in dem sie bis 1992 aufwuchs. In der Spätschiene eröffnet der Psychothriller „Itt érzem magam otthon/Feels like home“ von Gábor Holtai.

Budget, Struktur und Preise

Das Festival verfügt 2026 über ein Budget von 980.000 Euro. Im Zusammenhang mit dem diesjährigen Jahrgang werden Kostensteigerungen sowie erste Kürzungen bei Fördergebern und Partnern erwähnt. Zudem wird auf Bemühungen um Nachhaltigkeit und Fair Pay verwiesen.

Die Festival-Leitung liegt bei Sabine Gebetsroither und Katharina Riedler. Beide befürchten, dass der zukünftige Umfang des Festivals nicht mehr gesichert ist.

Die Preisverleihung ist für den 2. Mai vorgesehen. Es gibt vier Wettbewerbssektionen: Spielfilm, Dokumentation, Jugend und Local Artists. In diesen Sektionen werden Geld- und Sachpreise im Wert von rund 27.000 Euro vergeben. Zusätzlich sind 3.000 Euro für den Siegerfilm des MIOB New Vision Award ausgelobt.

Feministischer Blick auf das Kino der 1980er

Der 1980er-Schwerpunkt des Festivals richtet den Blick auf europäische Mittelschicht-Milieus der 1980er-Jahre und verfolgt eine feministische Perspektive. Gezeigt werden unter anderem Christian Schochers semidokumentarischer Film „Reisender Krieger Director’s Cut“ und „Burning an Illusion“ von Menelik Shabazz.

Programmpunkt ist auch der Gerichtsthriller „In de Stilte Rond Christine M.“, der Debütfilm der niederländischen Regisseurin Marleen Gorris. Sie wurde später für „Antonias Welt“ (1996) mit einem Oscar ausgezeichnet.

Jugendprogramm YAAAS!

Besonderes Augenmerk liegt 2026 auf dem Jugendprogramm. Die Jugendschiene heißt YAAAS! und umfasst Schulvorstellungen sowie Workshops. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern hat das Programm für den Spielfilmwettbewerb YAAAS! Competition kuratiert.

Die YAAAS! Competition zeigt Filme, die sich mit den Lebensrealitäten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Europa auseinandersetzen. Teil des Programms ist die Social-Media-Satire „Babystar“. Eine eigene Jugendjury kürt den Sieger in dieser Wettbewerbssparte.

Local Artists und historische Themen

Das Festival bietet eine umfangreiche Local-Artists-Schiene. Dort zeigt Konrad Wakolbinger den Film „Auf der Suche nach der gestohlenen Zeit“. Ebenfalls in dieser Sektion läuft die Dokumentation „Jenseits der Erinnerung. Schattenseiten Gallneukirchen 1938 bis 1945“ von Michael John und Bernhard Braunstein, die historische Gräueltaten in der Region Gallneukirchen thematisiert.

Mit „Die Kunstkomplizen“ von Ebba Sinzinger ist zudem ein Film vertreten, der das Künstlerpaar Brigitte Prinzgau und Wolfgang Podgorschek alias PRINZpod mit der Kamera begleitet. Crossing Europe widmet der gemeinsamen Arbeit des Künstlerpaars 2026 ein Local Artists Special.

Sektion Arbeitswelten: „Am Limit – und kein Ende“

Die Sektion Arbeitswelten trägt heuer den Titel „Am Limit – und kein Ende“. Im Mittelpunkt stehen Menschen in manuellen Berufen sowie Personen, die sich organisieren.

Gezeigt wird unter anderem „Ich verstehe ihren Unmut“ von Kilian Armando Friedrich, angesiedelt in der Reinigungsbranche. Der Film „Welded together“ von Anastasiya Miroshnichenko porträtiert die Schweißerin Katya.

Mit „Ono Što Treba Činiti“ von Srđan Kovačević ist zudem ein Film im Programm, der den Arbeitskampf der Werftarbeiterinnen und -arbeiter im slowenischen Koper begleitet.